Der Kampf der Lebensmittelforscher gegen die Verfälschung unserer Nahrung wird seit langem geführt. Die zuständigen verantwortlichen Stellen maßen ihm in den meisten Fällen keine Bedeutung bei. Die ultimative Forderung, die die 47 weiblichen Mitglieder des Bundestages vor kurzem stellten, lenkte das Interesse der Öffentlichkeit erneut auf das brennende Problem, das seither auch in weiten Kreisen der Verbraucherschaft wieder lebhaft diskutiert wird.

Die Sendung „Nach grüner Farb...“ nahm sich des aktuellen Themas an. (23. November, NDR, 2. Programm, 20 Uhr). In einem übersichtlich zusammengestellten Hörbild beleuchtete sie Notwendigkeit, Vorteile und Auswirkungen der gebräuchlichen chemischen Konservierungs- und Verschönerungsmittel. Bedeutende Wissenschaftler der deutschen Nahrungsmittelforschung, wie Professor Schönberg aus Hannover, Dr. Scheibe und Dr. Kanitz, gaben mit ihren Betrachtungen einen Einblick in ihr Arbeitsgebiet und grenzten damit zugleich die Möglichkeiten der ernstlichen Gefährdung des Menschen durch antibiotische Substanzen ab.

Die Tatsache, daß die moderne Lebensmittelindustrie ohne chemische Zusätze gar nicht mehr denkbar ist, macht sich der empörte Verbraucher im allgemeinen nicht klar genug. Außerdem liegt die toxische Gesamtsituation ja nicht allein in der Gefährdung des Menschen durch die Farbstoffe in den Lebensmitteln, sondern ebenso in der Verunreinigung der Luft und der Gewässer. Wie also Einhalt gebieten? Die Ernährungswirtschaft kann auf Konservierungsmittel nicht verzichten. Die Nahrungsmittelforscher fordern aber vor allem eine gesetzliche Anmeldepflicht für alle zusätzlichen Farbstoffe und einen Deklarierungszwang für alle Handelsstufen. Denn bisher galt in der deutschen Lebensmittelbranche der bedenkliche Satz: „Erlaubt ist, was nicht ausdrücklich einem Verbot unterliegt.“ Hier im Bewußtsein der Verbraucherschaft für Aufhellung der Situation zu sorgen, war die Absicht der Sendung.

Wir werden sehen:

Freitag, 30. November, 21.10 Uhr: Ravels Musickomödie „Spanische Stunde“ wird nur wenig gespielt. Gerhard Maasz leitet die Fernsehaufführung, in der Anneliese. Rothenberger die Hauptrolle singt. Regie Herbert Junkers. Es spielt das NDR-Sinfonie-Orchester.

Montag, 3. Dezember, 21.05 Uhr: „Ist die Freiheit respektiert worden?“ heißt eine Übertragung aus der Kunsthalle in Recklinghausen. Albert Schulze-Vellinghausen und Thomas Grochowiak kommentieren die Ausstellung „Deutsche Kunstpreisträger seit 1945“.

Mittwoch, 5. Dezember, 17.50 Uhr: Aus Anlaß des 165. Todestages von Wolfgang Amadeus Mozart überträgt das Deutsche Fernsehen die Festaufführung des „Requiem“ im Stephansdom zu Wien.