La Strada (Italien). Federico Fellinis 1954 auf. der Biennale in Venedig verkannter Film von der Einsamkeit des Menschen, mit Giulietta Masina als rührendes schwachsinniges Mädchen Gelsomina und Anthony Quinn als primitiver Muskelmensch Zampano, hat einen Siegeszug durch die Kinos der Bundesrepublik angetreten. (Siehe DIE ZEIT, Nr. 33.)

Anastasia (Deutschland). Die seit fast 30 Jahren umstrittene Existenz der letzten Zarentochter Anastasia, deren Identitätsnachweis man jetzt in einem neuen Prozeß in Berlin versucht, wird zwar durch den Film nicht heller, doch enthüllt die feinnervige Interpretation Lili Palmers das tragische Schicksal eines gejagten Menschen ohne Namen. Regie: Falk Harnack (London-Film).

„Moby Dick“ (USA). Den großen Roman von Hermann Melville, die Geschichte der Jagd nach dem weißen Wal als symbolisches Bild des vergeblichen menschlichen Strebens, in den wahren Sinn der Dinge einzudringen, hat der Regisseur John Huston getreu Melvilles bildreicher Schilderung filmisch zum zweitenmal und völlig neu gestaltet, wobei es die Darsteller (Gregory Peck als der rächende Kapitän Ahab) nicht leicht haben, die Phantasie, die sich nach Melvilles zwingender Erzählung ein eigenes Bild gemacht hat, zu übertrumpfen. (DIE ZEIT, Nr. 43.)

„Die Welt des Schweigens“ (Frankreich). Hauptdarsteller sind die Fische in diesem von dem französischen Tiefseeforscher Yves Cousteau und seinen Mitarbeitern unter Wasser mit Hilfe besonderer Fackeln gedrehten farbenprächtigen, abendfüllenden Dokumentarfilm vom Grund des Mittelmeeres, der auf den Filmfestspielen in Cannes mit dem ersten Preis ausgezeichnet wurde und jetzt in deutschen Kinos läuft. (DIE ZEIT, Nr. 20.)

„Die Halbstarken“ (Deutschland). Auf dem Nährboden von „Saat der Gewalt“ erwuchs als deutscher Filmbeitrag zu einem internationalen aktuellen Thema unter der Regie Georg Tresslers ein Bildstreifen, für dessen jugendliche Darsteller – darunter die neuentdeckte Karin Baal und der mit dem Bundesfilmpreis ausgezeichnete Horst Buchholz in den Hauptrollen – die Berliner Großstadtwirklichkeit einen guten Hintergrund abgibt. Freilich entspricht die Handlung nicht ganz der realen Bedeutung des Titels. Aber die gut gezeichneten Typen (hervorragend ist hier Buchholz) und die realistische Regie deuten manches von dem eigentlichen Urgrund des Problems an. Projector