Ein Beispiel für alle. Statt eine Jubiläumsschrift herauszugeben, wie dies in großen Gesellschaften und Firmen bei Jährung des Gründungsjahres üblich ist, hat die Allgemeine Lokalbahn- und Kraftwerke-Aktiengesellschaft in Frankfurt aus Anlaß ihres 75jährigen Bestehens dem Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft den gleichen hohen Betrag überwiesen, der für eine Festschrift hätte ausgegeben werden müssen.

„Überfälle“ auf Wiener Oper. Die Wiener Zeitung „Neues Österreich“ hat angekündigt, sie werde künftig ihre Kritiker „überfallartig“ auch die Wiederholungs- und Repertoire-Aufführungen, vor allem der Staatsoper, besuchen und ungeschminkt über das Gesehene und Gehörte berichten lassen. Mehrfach seien aus dem Publikum Beschwerden eingegangen, daß bei der Oper nur auf Premieren und bei den ersten Wiederholungen sauber gespielt werde und dann „der Schlendrian einreißt“.

Der Magnani auf den Leib geschrieben. Für Ende Januar wurde die Uraufführung des neuen Bühnenwerks „Orpheus steigt hinab“ von Tennessee Williams in New York angesetzt, nachdem jetzt der italienische Filmstar Anna Magnani seine Zusage zur Übernahme einer Rolle gegeben hat. Williams hatte seine Zustimmung für die Uraufführung davon abhängig gemacht, daß die Magnani die weibliche Hauptrolle übernimmt.

Das Schicksal Gauguins. Auf der Südsee-Insel Tahiti hat der Engländer Menard Nachforschungen angestellt nach Bildern, die Paul Gauguin dort in den neunziger Jahren des vorigen Jahrhunderts gemalt hat. Er stellte fest, daß 23 Gemälde des Künstlers von einem Eingeborenen aus Verärgerung über eine von Gauguin nicht: beglichene Schuld verbrannt wurden und die in Besitz einer anderen Eingeborenenfamilie befindlichen zahlreichen Holzskulpturen als wertlos von einem Boot aus ins Meer geworfen wurden. Gauguins Talent setzt sich jedoch in seinen acht Enkelkindern fort, die unter Anleitung ihres Vaters, dem einzigen Sohn Gauguins aus der Verbindung mit der Eingeborenen Tehura, fleißig Malen und Zeichnen lernen.

„Obszön“: Hemingway und Defoe. Als „obszöne Literatur“ hat die südafrikanische Regierung Hemingways Roman „Über den Fluß und in die Wälder“ und eine illustrierte Ausgabe von Daniel Defoes „Moll Flanders“ verboten.