Im Vertrauen auf die Zugkraft des besonders in Berlin noch aus der Zeit vor dem ersten Weltkrieg gut bekannten Markennamens „Manoli“ hatte die H. F. & Ph. F. Reemtsma KG., Hamburg, als alleinige Gesellschafterin zu Beginn des vorigen Jahres mit einem Stammkapital von 0,6 Mill. DM die Manoli Cigarettenfabrik GmbH, Berlin, neu gegründet. Die Erwartungen haben sich jedoch nicht erfüllt, so daß die Gesellschafterin den neuen Berliner Betrieb in eine Zweigniederlassung umgewandelt hat. Mit einer Belegschaft von 220 Personen ist diese Zigarettenfabrik, die gegenwärtig aus dem Reemtsma – Sortiment zwei Orient-Zigaretten in der Preislage zu 10 und 12 1/2 Pfennig herstellt, die zum Teil auch im Bundesgebiet vertrieben werden, an die zweite Stelle der Westberliner Zigarettenindustrie gerückt. Kürzlich hat der größte europäische Rauchtabakhersteller, die Brinkmann GmbH, Bremen, den größten Westberliner Betrieb der gleichen Branche, die erst 1945 gegründete Rauchtabakfabrik Dr. Winter und Krasa, gepachtet und damit wieder unmittelbaren Einfluß auf den Platz genommen, der bis zur völligen Zerstörung des Betriebsgebäudes im letzten Krieg Sitz des Unternehmens war. Unter Beibehaltung des Markennamens „WK-Tabak“ soll die bisherige Produktion des Berliner Unternehmens zunächst in vollem Umfang weiterlaufen, später jedoch konzentriert werden. Da die Brinkmann GmbH künftig der Produktion des Westberliner Unternehmens ihre eigenen 32 Kundendienstläger im Bundesgebiet zur Verfügung stellt, dürfte sich der Marktanteil der Berliner Erzeugnisse wesentlich erhöhen. Gleichzeitig hat die Kristinus GmbH, München, die durch verwandtschaftliche Wechselbeziehungen in leiden Geschäftsleitungen als Schwesterunternehmen der Brinkmann GmbH anzusehen ist, in Westberlin eine neue Zweigniederlassung errichtet. In ihr wird ein Teil einer bisher ausschließlich im Bundesgebiet hergestellten Zehn-Pfennig-Zigarette („Peer“) mit und ohne Filter und die gesamte Produktion einer neuen 8 1/2-Pfennig-Zigarette („Olympia“) gefertigt. In beide Gesellschaften sind zunächst insgesamt 3,5 Mill. DM investiert worden, wodurch es möglich war, über hundert neue Arbeitsplätze zu schaffen. G. G.