H. P., Aachen

Von dem in der Nähe des Aachener Bahnhofes gelegenen neuen Hochhause wird demnächst der erste Wetterstern Europas leuchten. Der Einfall, die Voraussagen der Meteorologen mit Hilfe eines Leuchtturms zu verbreiten, stammt aus Amerika. Einhundertundsiebzig Meter über dem Verkehrgewühl des Broadway verkündet ein "Wetterstern" den New Yorkern seit sechs Jahren die neueste Vorhersage.

Das amerikanische Vorbild für den Aachener Wetterstern hat ein Gewicht von fünfundvierzig Tonnen. Mit Hilfe von 4200 Glühbirnen und Neonröhren in einer Gesamtlänge von 1500 Metern können folgende Wetervorhersagen gegeben werden: Leuchtet der Stern in einem hoffnungsvollen Grün, so bleibt oder wird das Wetter schön. Ein orangefarbener Stern verkündet Bewölkungszunahme. Flackert dieses orangefarbene Licht, ist es angebracht, den Regenschirm nicht zu vergessen. Ein flackernder weißer Stern will auf Schneefall vorbereiten. Neben dem Stern sind Leuchtröhren angebracht: sie übernehmen die Temperaturvorhersage. Von oben nach unten aufleuchtende Neonröhren bedeuten bevorstehenden Temperaturabfall. Sind die Meteorologen der Ansicht, daß es wärmer wird, so leuchten die Lichtbänder von unten nach oben auf. Je nach Entwicklung der Wetterlage kann die Vorhersage innerhalb von 24 Stunden beliebig oft geändert werden. Bei dem sprichwörtlich wetterwendischen Wetter der Aachener Gegend ist dies ein nicht zu unterschätzender Vorteil.

Ein von den USA zurückkehrender Geschäftsmann war so begeistert von der Idee, daß er sich entschlossen hat, seiner Heimatstadt einen solchen Wetterstern zu schenken. Die Stadt Aachen, wird ihrerseits in Zusammenarbeit mit dem Wetterdienst für die Unterhaltung und die Bedienung des meteorologischen Leuchtturms Sorge tragen. Der Wetterstern soll so hoch und so hell über Aachen erstrahlen, daß man seine Vorhersagen bis nach Holland und Belgien hinein wird "lesen" können.