Die Tendenz zur Gruppenanlage, die in den USA seit Jahren wahrzunehmen ist und die zu der schnellen Entwicklung der Investmentgesellschaften und ganz besonders der Mutual Funds während des letzten Jahrzehnts geführt hat, trug wesentlich dazu bei, das Publikum für den Aktienbesitz zu interessieren und der Wirtschaft weitere Kapitalien zuzuführen. Allein die Aktiven der Mutual-Funds betragen zur Zeit zwischen 8,5 und 9 Mrd. $; die Zahl ihrer Aktionäre geht in die Millionen; ihre Vorteile liegen im wesentlichen in der weitgehenden Mischung von Risiken, wie sie sonst nur für ganz große Vermögen zur Verfügung stehen, und im "professional management"‚ der sachkundigen Auswahl und Verwaltung der für die Zwecke der Funds jeweils besonders in Frage kommenden Wertpapiere. Man ist hier vielfach der Auffassung, daß die Entwicklung der Mutual-Funds noch immer in den Anfängen ist und daß ihnen noch sehr wesentliche Funktionen in der Verwaltung der Anlagen des amerikanischen Publikums zufallen werden. Die hiesige Gesetzgebung und insonderheit der "Investment Company Act of 1940" enthalten sehr weitgehende Schutzbestimmungen für die Aktionäre der Investment-Gesellschaften und darunter für die der Mutual-Funds.

Trotz aller Fragen, die auf dem Gejoiet der Finanzierung bestehen^ lauten die Prognosen für die weitere Entwicklung der Wirtschaft durchaus optimistisch. Nach einem vom Department of Commerce, dem Bundeswirtschaftsministerium in Washington, gemeinsam mit der Securities and Exchange Commission veröffentlichten Bericht wird die Industrie während der ersten drei Monate dieses Jahres mindestens 8 v. H. mehr in neuen Anlagen und ihrer Einrichtung investieren als im ersten Quartal des vergangenen Jahres. Dr. Emerson P. Schmidt von der "Chamber of Commerce of the United States", der amerikanischen Handelskammer, verweist auf die wachsende Bevölkerung im Lande, auf die Entwicklung neuer Produkte und die steigenden Einkommen, in denen er die wesentlichen Voraussetzungen für die weitere Zunahme des Wirtschaftsvolumens erblickt. Nach den hier so viel beachteten alljährlichen Untersuchungen der McGraw-Hill Publishing Company wird die Wirtschaft 1957 sogar 11 v. H. mehr in neuen Anlagen und Maschinen investieren als 1956, aber auch das würde eine prozentual geringere Zunahme der Investierungen bedeuten als im rückliegenden Jahr. Da zudem damit gerechnet wird, daß die Kosten dieser Neuinvestierungen um etwa 6 v. H. über den vorjährigen liegen, werden, so würde die effektive Zunahme der Investierungen 1957 nur 5 v. H. ausmachen, und auch davon dürfte noch ein Teil dem Ersatz von abgeschriebenen Anlagen dienen.