DIE ZEIT

Bomben in Tirol

Innerhalb der letzten vier Monate hat es in Südtirol sechs Sprengstoffattentare gegeben: auf Bahnoberleitungen, auf eine Bozner Kaserne, auf Elektromasten und zuletzt auf die Schienen der Brennerbahn kurz vor Bozen.

Robert Pferdmenges:: Der Optimist

Am 4. Februar wird Prof. Dr. Ludwig Erhard, der Wirtschaftsminister der Bundesrepublik, 60 Jahre alt. Aus diesem Anlaß haben wir den Kölner Bankier und CDU-Abgeordneten Dr.

Lehren eines Streiks

Der Streik der Metallarbeiter in Schleswig-Holstein geht zu Ende. Wenn die in Bonn zwischen den Generalstäben beider Seiten getroffenen Vereinbarungen auch von der „Front“ gebilligt werden, dann werden am 1.

Ney in Nöten

Der erste Monat der Zugehörigkeit zur Bundesrepublik hat der Regierung Dr. Ney manche Probleme aufgegeben. Man spricht in Saarbrücken und auch in Bonn offen davon, daß lediglich der Besuch des Bundespräsidenten an der Saar den Sturz der Regierung hinausgezögert habe.

Wozu Außenpolitik?

Wieder einmal ist Außenpolitik das große Thema in Bonn.....................................................................

König Saud und Saudien

Otto von Hentig, der bis 1954 Botschafter der Bundesrepublik in Indonesien war, kennt den Fernen und Nahen Osten von unzähligen Reisen und wichtigen diplomatischen Missionen.

ZEITSPIEGEL

Auf dem Berliner FDP-Parteitag sagte Reinhold Maier, „eine Hamburger Wochenzeitung (gemeint war DIE ZEIT) habe sich in ihren Reim ‚heute ist es Maier, morgen folgt ihm Weyer‘ dermaßen verliebt, daß sie ihn gar über die erste Seite druckte: „Schlagen Sie sich den Gedanken an eine Zwischenregelung aus dem Kopf“, sagte der neue FDP-Chef.

Würmelings Moral

Man kann manchmal nur den Kopf schütteln über unseren Bundesfamilienminister und seine Werteskala. Als guter Christ und guter Europäer, der er zweifellos ist, wird Dr.

Jeder Grieche denkt politisch

Zu den schönen bunten Bildern griechischer Briefmarken, die neben den Häuptern der Königsfamilie auch den Koloß von Rhodos, den Wagenlenker von Delphi und Dionysos zwischen Weinreben zeigen, kommt in diesenTagen noch eine Marke mit dem Bild des Erzbischofs Makarios von Zypern.

Und sie ernährt sie doch!

Da gibt es eine alte These, die noch heute die Menschen mit Angst erfüllt: nämlich die Behauptung von Th. R. Malthus, die Bevölkerung wachse in geometrischer Progression (1,2,4,8.

Europa: Hafen oder Rachen

Am Montag hat – bevor die Algerien-Debatte in der Vollversammlung der UNO anfangen soll – in ganz Algerien ein Generalstreik begonnen, der von den Nationalisten ausgerufen und zunächst auf acht Tage begrenzt wurde.

Vier Variationen über das Thema „Verdünnte Zone“

Vorschläge, zwischen den Bündnissystemen des Ostens und des Westens, eine militärisch verdünnte Zone zu schaffen, um auf diese Weise die Konfliktmöglichkeiten zu verringern und zur Entspannung in Europa beizutragen, wurden in den letzten Jahren wiederholt gemacht, und zwar von westlicher wie von östlicher Seite.

FDP flirtet mit dem kleinen Mann

Mitten in einer starken Domäne der Berliner Sozialdemokratie, in der Hasenheide im Bezirk Kreuzberg, war der achte Bundesparteitag der FDP zusammengetreten.

Wer will unter die Präsidenten...?

Mit dem Tode von Renner und Körner, den ersten und zweiten Präsidenten des 1945 neuerstandenen Österreichs, hat eine Generation sanft und endgültig die Tore zur Vergangenheit geschlossen.

BP: Balanceakt oder Harakiri?

Die Fertigkeit, beherzt über den eigenen Schatten zu springen, wenn es die höchsteigenen Interessen erfordern, haben die politischen Parteien schon zu einer bemerkenswerten Routine entwickelt.

Capriccio in Hamburg

Der alte Verdi hat seine letzte Oper, den „Falstaff“, und also sein Lebenswerk mit der kunstreich-machtvollen Fuge auf den Text beschlossen: „Das ganze Leben ist ein Spaß.

Sowjetische Studenten wollen Antwort

Die lebhaftesten Diskussionen werden in Moskau unter den Studenten geführt, die sich zum Beispiel in der Picasso-Ausstellung zu streitbaren Grüppchen zusammenfanden.

Ein Glas warme Milch

Nicht unbekannt mehr ist der Autor dieser Geschichte, Ulrich Becher, dem deutschen Publikum und den Lesern der ZEIT insbesonders: er erhielt 1954 den dritten Preis im Kurzgeschichtenwettbewerb unserer Zeitung, nachdem er bereits mehrere Schauspiele verfaßt und den Novellenband „Nachtigall will zum Vater fliegen“ geschrieben hatte.

Der Aufstand der Intellektuellen

Daß wir alle Zeuge eines Wunders geworden sind, davon war im Herbst des vergangenen Jahres in den Tagen, da sich die Intellektuellen und Arbeiter Ungarns gegen die Panzer der Bedrücker erhoben, überall die Rede.

Boulevard-Theater mit Moral

Es ist natürlich ein Unterschied, ob man Ideen ernst nimmt oder nicht – oder etwa das Schlagwort „Die bürgerlichen Werte gelten nicht mehr“.

Notizen

Überforderung verursacht Lehrermangel. Eine der wichtigsten Ursachen des Lehrermangels, die Überforderung und der Kräfteverschleiß im Lehrerberuf, verdeutlicht eine baden-württembergische Statistik: Vor Erreichung der Altersgrenze schieden an Volks- und Mittelschulen 63 v.

Der Mensch ist viel zu alt

Im Herbst 1945 erschien in der amerikanischen Zeitschrift Saturday Review of Literature ein Aufsatz des jungen Publizisten Norman Cousins, dessen Titel „Der moderne Mensch ist überholt“ bald zum Schlagwort wurde.

Marshalls rote Donau

ist kein Roman, sondern eine auf mehrere Personen aufgeteilte Meditation über Politik und Religion. Zwar hat das Buch auch so etwas wie eine Handlung, welche aber weder mit dem Titel noch mit dem Schauplatz – Wien Anno 45/46 – in irgendeinem notwendigen Zusammenhange steht.

Hohe Schule der Dichtkunst

Josef Weinheber: „Sämtliche Werke.“ Herausgegeben von Josef Nadler und Hedwig Weinlieber. Bd. I Gedichte erster Teil; Bd. II Gedichte zweiter Teil; Bd.

Kaßners Physiognomik

Rudolf Kaßner ist einer der bedeutendsten Autoren unserer Zeit: oft gelobt und zu wenig erkannt.............................

Heuss an die Jugend

Theodor Heuss ist einer der ganz seltenen Festredner, der immer etwas zu sagen hat und der überdies das, was er zu sagen hat, so vorträgt, daß ihm zuzuhören nicht nur lohnt, sondern erfreut.

Nordrhein – Westfalen: Düsenbomber über Lohausen?

Feindselig wie ein Stadtstaat des italienischen Mittelalters gegen seinen fürstlichen Nachbarn, so scheint in diesen Tagen Düsseldorf – wenn man den lokalen Blättern glauben will – gegen die ältere Schwester Köln anzugehen.

Gefängniswirtschaft

Das schleswig-holsteinische Druckereigewerbe fürchtet das Gefängnis! Freilich nicht als Strafe, sondern als Konkurrenz. Die „Gefängnisdruckerei Kiel“ wird als eine Drohung betrachtet, da sie sich zu einem Wirtschaftsunternehmen auszuweiten scheint.

Bayern: Ungarnflüchtlinge fliehen zurück

Ein österreichischer Gendarmeriebeamter und der Leiter der Zollwachtabteilung Ingling hatten die aus dem Lager Schalding bei Passau entflohenen Ungarn mit List und Tücke wieder auf bundesrepublikanisches Hoheitsgebiet getrieben.

Wer wird Präsident?

Wenn man den Meldungen, die in den letzten Tagen verschiedene Zeitungen und Informationsblätter brachten, Glauben schenken soll, dann macht man sich bereits in Bonn Gedanken darüber, mit wem man die Schlüsselpositionen der künftigen Bundesbank besetzen soll.

Bonn reitet eine neue Attacke

Im Grunde ist man sich schon lange darüber einig, daß die Bankenaufsicht bei den Ländern nicht gut aufgehoben ist. Eine föderale Regelung hatte nur so lange einen Sinn, wie die Tätigkeit der einzelnen Bankinstitute sich mehr oder weniger in den einzelnen Landesgrenzen hielt.

Mit der Bitte um Kostenzuschuß

Ist der Rutsch in eine Subventionsära noch zu bremsen? Verstrickt sich diese Regierung und diese Parlamentsmehrheit, die ausgezogen war, um das System der sozialen Marktwirtschaft auf breiter Front durchzusetzen, am Ende ihrer Zeit aus wahltaktischen Überlegungen immer tiefer in den Dirigismus? Man muß es fast befürchten.

Unabhängig wie ein Richter ...

Das Parlament hat neuerdings, und zwar durch den Mund des CDU-Abgeordneten Dr. F. Hellwig, die Forderung angemeldet, daß es „letzten Endes auch die oberste Verantwortung für die Tätigkeit und Arbeitsweise der Bundesnotenbank“ haben müsse.

Auf einen Blick ...

Erst jetzt liegen die Zahlen über die Entwicklung der Industrieproduktion im Jahre 1956 vor. Sie ist auch im vergangenen Jahr erheblich gestiegen, allerdings nicht mehr so stark wie in den beiden vorhergegangenen Jahren.

Neuer Schatzkanzler mit größeren Sorgen

Nach dem Rücktritt von Anthony Eden und der Berufung des bisherigen Schatzkanzlers Harold Macmillan Zum Premierminister war die Nominierung des neuen Schatzkanzlers für England von größter Bedeutung.

Eine Berlin-Rede des Hamburger Rektors

In der Berichterstattung über die Auszeichnung des Generaldirektors Otto A. Friedrich (Phoenix, Harburg) mit dem Freiherr-vom-Stein-Preis ist die Ansprache, die bei dem Festakt im Auditorium Maximum der Freien Universität Berlin durch Prof.

Man kann Geld nur einmal ausgeben

Die Bonner Kapitalmarktgespräche der Ressortminister mit Bankexperten sind festgelaufen. Es dürfte in ihrem Verlauf allen Beteiligten klargeworden sein, daß sich mit administrativen Maßnahmen die Tatsache, daß mehr Kapital nachgefragt wird, als die westdeutsche Bevölkerung durch Konsumverzicht aufbringt, nicht aus der Welt bringen läßt.

„Germanenwagen“

Immer wieder sind vorsichtige Hinweise zu hören, daß der Kohlenpreis „eigentlich“ noch nicht so recht ausreichend sei: er müsse noch ein klein wenig angehoben werden, um die Folgen der „Preisspaltung“ – mit höheren Preisen für USA-Kohle – zu mildern, aber auch um die Finanzierung der Investitionsprogramme zu erleichtern, bei denen es um Beträge von jeweils über hundert Millionen DM geht.

Achthundert Beamte marschieren an

Das Ladenschlußgesetz gilt als Paradebeispiel eines schlechten Gesetzes. Aber es sieht so aus, als ob es bei der Fülle der Vorlagen, die noch vor den „Wahlferien“ durchgepeitscht werden sollen, nicht das einzige bleiben wird, dem man das Prädikat „nicht ausgegoren“ zuzuerkennen hat.

Traditionelle süddeutsche Textilqualität

Bereits zu einer Zeit, als der Begriff Rationalisierung für die Wirtschaft Deutschlands noch nicht die heutige Bedeutung hatte, haben sich 1919 weitsichtige Unternehmerpersönlichkeiten der badiscb-württembergischen Textilindustrie zusammengeschlossen, um durch Konzentration in Fabrikation und Verkauf eine wirtschaftlich optimale Leistung zu erreichen.

Braubank nicht klassisch

Die Bank für Brauindustrie, Frankfurt/M., unterscheidet sich schon rein äußerlich dadurch von anderen Kreditinstituten, daß bei ihr im Geschäftsjahr 1955/56 die Aufwandszinsen die Ertragszinsen überstiegen.

Bewährter Deutz-Stil

Der Fortschritt lebt vom guten Beispiel. Dies gilt auch für die Form, in der viele, leider noch nicht alle Aktiengesellschaften ihre Hauptversammlungen vorbereiten und abwickeln.

Börse: Die Aktionäre werden müde

In der vergangenen Woche erreichten an den Börsen einige Aktienkurse ihren tiefsten Stand seit 1955. Der – Grund für die weitgehend rückläufige Tendenz lag an der Überbeanspruchung des Kapitalmarkts durch neue achtprozentige Anleihen und an den stetigen Geldbeschaffungsverkäufen, die vorgenommen werden, um Mittel für das steuerbegünstigte Sparen freizumachen.

Institut für Zwischenfinanzierung

Die 1923 vom früheren Deutschen Reich und Vertretern des gemeinnützigen Wohnungsbaues gegründete Deutsche Bau- und Bodenbank, Frankfurt/Main, hat nach zwölfjähriger Unterbrechung die zum 1.

Rheinstahl–Aufbau wird straffer

Die Zusammenfassung der Produktionsinteressen im Rheinstahl-Bereich geht weiter. Nachdem im vergangenen Jahr ein Organvertrag mit der Ruhrstahl AG, Hattingen, abgeschlossen und der fast vollständige Erwerb des Aktienkapitals durchgeführt worden war, ist für 1957 mit weiteren Maßnahmen zur Konzentrierung des Aufbaus zu rechnen.

Die Weltpolitik entdeckt Nepal

Major Bahadur S. war plötzlich aufgestanden und verneigte sich tief vor einem jüngeren Nepalesen, der zusammen mit mehreren Damen im Nebentisch Platz genommen hatte.

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