In ihrem Januar-Bericht betont die Bank deutscher Länder erneut, daß sich das Tempo der Investitions-Konjunktur seit dem Sommer vergangenen Jahres wesentlich verlangsamt hat, das Konjunkturbild jedoch noch immer Züge zeigt, die den Entspannungstendenzen entgegenwirken. Damit ist die wachsende Exportnachfrage gemeint, mit der die inflationistischen Tendenzen des Auslandes auch den bundesdeutschen Markt berühren. Zur Oberwindung der teils sogar verstärkt drohenden Gefahren gibt die BdL den vernünftigen Rat: Alle Bevölkerungskreise – Unternehmer, Gewerkschaften und jeder Verbraucher – müssen sich gegen eine zu starke Ausdehnung des privaten und auch des staatlichen Verbrauchs wenden, um mit einer gezügelten Investitionsnachfrage die erreichten Entspannungsansätze zu fördern.

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Fritz Berg, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie, bezeichnete in einer vielbeachteten Rede vor der Industrie- und Handelskammer Bremerhaven die Beschaffung und Sicherung des notwendigen Investitionskapitals als die wichtigste Gegenwarts- und Zukunftsfrage unserer Wirtschaft. Berg setzte sich in diesem Zusammenhang auch für eine vernünftige und großzügige Förderung des Sparens zur Festigung des Wertpapiermarktes ein und empfahl eine handliche Stückelung der Wertpapiere. Mit Nachdruck forderte Berg die Erhaltung und Förderung des industriellen Mittelstandes durch eine kluge Mittelstandspolitik.

Eine aufschlußreiche Folgerung kann aus dem überraschend ruhigen Verlauf des Winterschlußverkaufs gezogen werden: Der Bedarf an Textilien hat einen erheblichen Sättigungsgrad erreicht. Ursachen sind zweifellos die gestiegenen Ansprüche der Verbraucher und auch die allgemeine Konsolidierung unserer Konsumgewohnheiten.