W., Wien, im Februar

Zu den sich dem Höhepunkt nähernden Verhandlungen über einen Gemeinsamen Markt und eine europäische Freihandelszone liegt jetzt auch eine Stellungnahme Österreichs vor: der österreichische Handelsminister Dr. Bock hat sich für eine Teilnahme Österreichs an der Freihandelszone ausgesprochen.

Dr. Bock betont, daß für Österreich eine Nichtbeachtung der Entwicklung zur europäischen Wirtschaftsintegration unmöglich ist Dies ergebe sich schon daraus, daß etwa 70 v. H. des österreichischen Außenhandels mit den OEEC-Staaten, also den Staaten der wirtschaftlichen Zusammenarbeit in Europa, abgewickelt werden. Auch Österreich ist der Ansicht, daß von den beiden diskutierten Projekten das der Freihandelszone größere Vorteile bietet, weil bei Aufrechterhaltung der wirtschaftspolitischen Selbständigkeit im Endstadium die Zoll- und Verkehrsfreiheit innerhalb des europäischen Marktes in gleicher Weise wie bei der Zollunion erreicht werden kann. Österreich hat auf Grund seiner wirtschaftlichen Struktur und seiner geographischen Lage bei einem Beitritt zur Freihandelszone allerdings besondere Interessen geltend zu machen, und es hofft, daß sich vor allem auf dem schwierigen Gebiet der Landwirtschaft eine gemeinsame Linie ergeben wird, die von allen Teilnehmern akzeptiert werden kann.