Der Atomtod wird immer handlicher, allerdings noch nicht so handlich, daß er in einer Handgranate Platz fände. Der Nahkampf bleibt also fürs erste konventionell und ebenso die Panzerabwehr auf kurze Strecken. Die Herstellung von Handgranaten und Panzerfäusten mit Atomladung sei technisch unmöglich, verlautet nämlich aus der Abteilung Technik des Bundesverteidigungsministeriums, und der Grund dafür ist, daß die kritische Masse bei Kernspaltungen mit Kettenreaktion erheblich größer ist als das Gewicht einer Handgranate. Mindestgewicht und Mindestgröße von Geschossen mit Atomladung sind vorläufig noch militärisches Geheimnis, denn sie hängen nicht nur von der theoretisch zu errechnenden kritischen Masse ab, sondern auch von dem Atomzünder. Man weiß jedoch, daß kritisches Material plus Zünder ungefähr soviel wiegen wie eine schwere Artillerie? granate. Die erste amerikanische Atomkanone war ein unhandliches 28-cm-Geschütz. Neuerdings sollen die USA allerdings eine Atomgranate mit einem Durchmesser von nur 17,2 cm entwickelt haben. Für ein Geschütz, das mit einem einzigen Schuß soviel Tod und Vernichtung speien kann wie die Bombe von Hiroshima, ist das ein bescheidenes Kaliber. Unter diesen Umständen kann man es vielleicht verschmerzen, daß es noch keine Handgranaten mit dem gleichen Effekt gibt. Denn wie würde es dem Soldaten ergehen, der diese Atomhandgranate wirft?