Kulturaufwendungen für Auslandstätigkeit erhöht. Über die 17 Millionen Mark hinaus, die dem Auswärtigen Amt für die Pflege wissenschaftlicher und kultureller Beziehungen zum Ausland zur Verfügung stehen, sollen auf Empfehlung des kulturpolitischen Bundestagsausschusses noch zusätzlich 700 000 Mark bewilligt werden: 300 000 Mark zur Unterstützung der deutschen Krankenhäuser im Ausland und 400 000 Mark für den Versand deutscher Literatur in fremdsprachige Länder. Ebenfalls sollen die Stipendien für deutsche Studenten im Ausland erhöht werden, da ihre Zahl infolge Geldmangels von 8000 (1953) auf 5300 (1956) gesunken ist.

Unerwünschter Verein? Der "Verein für das Deutschtum im Ausland", Nachfolger des früheren "Deutschen Schulvereins", hat jetzt mit der Mitgliederwerbung im Bundesgebiet begonnen. Wie es heißt, gilt seine Wiedergründung jedoch im Auswärtigen Amt als unerwünscht: Deutsche Auslandsmissionen haben bereits wiederholt vor einem Wiederauftauchen des Namens VDA gewarnt, da er NS-belastet sei.

Kafkas "Amerika" dramatisiert. Der Roman "Amerika" Franz Kafkas ist von Max Brod, dem langjährigen Freund des 1934 verstorbenen Dichters, dramatisiert worden, um Ende Februar im Schauspielhaus Zürich uraufgeführt zu werden.

Opernmisere greift um sich. Nachdem kürzlich sämtliche österreichischen und italienischen Opernbühnen durch Kürzung der staatlichen Subventionen in finanzielle Schwierigkeiten gerieten und deshalb wahrscheinlich zeitweise schließen müssen, hat sich jetzt auch die Direktion der Amsterdamer Oper gezwungen gesehen, aus den gleichen Gründen den Opernbetrieb wesentlich einzuschränken. Zunächst wurden zwölf der 36 Künstler des Solistenensembles gekündigt.

Vor Medizinstudium wird gewarnt. Die Deutsche Ärzteschaft in Köln weist alle Abiturienten, die vor der Berufswahl stehen, darauf hin, daß gegenwärtig die "denkbar ungünstigsten Berufsaussichten" für werdende Ärzte bestehen und eine Medizinerausbildung "große persönliche Opfer und jahrzehntelange existentielle Unsicherheit" mit sich bringe. Der jährliche Nachwuchsbedarf an Ärzten betrage in der Bundesrepublik nur etwa 1300, der in letzter Zeit wieder sprunghaft angestiegene Zugang zum Medizinstudium sei aber doppelt so hoch. Gegenwärtig gebe es über 12.000 Anwärter auf den Arztberuf an den Universitäten, dazu kommen jährliche 230 aus der Sowjetzone geflohene Ärzte...

"Magister artium" in Berlin. Den neuen akademischen Grad eines "Magister artium" verleiht als erste deutsche Hochschule die Freie Universität Berlin an Studenten der philosophischen Fakultät, die weder die Doktorprüfung noch die Staatsprüfung für das Höhere Lehramt ablegen wollen. Die Kandidaten sind nach der Prüfung, deren Voraussetzung ein Studium von acht Semestern ist, berechtigt, wie in den angelsächsischen Ländern hinter ihrem Namen die Buchstaben "M. A." zu führen.

Taschenklavier für Kleinwohnungen. Für Musiker, die sich kein Klavier leisten oder es in ihrer Wohnung nicht unterbringen können, hat eine Prager Fabrik ein neues Musikinstrument, "Klaviphon" genannt, entwickelt, das ein vollwertiger Ersatz für ein Klavier sein soll. Das Klaviphon wiegt nur 30 Pfund, hat eine Tastatur von fünf Oktaven und erzeugt seinen Klang elektrophonisch über einen Empfänger und Verstärker.