Wie zu erwarten war, hat die Flaute auf dem westdeutschen Schleppermarkt im vergangenen Jahr einige Produzenten auch zu Änderungen ihres Vertriebs veranlaßt. Nach den Firmen Deutz, Lanz und Kramer hat sich auch die Hanomag zu einer Preisbindung der zweiten Hand im Schlepper entschlossen. Vom Vorstand der Hanomag wurde auf einer Pressekonferenz in Hannover erklärt, daß man auf diese Weise hoffe, den Markt wieder einigermaßen ordnen zu können. Im vergangenen Jahr sei es so gewesen, daß kaum ein inländischer Käufer zum regulären Listenpreis gekauft habe. Jeder habe nach Geschick versucht, den Angebotsdruck auszunutzen und einen günstigeren Preis für sich herauszuhandeln. Die Hanomag-Händler sind mit Wirkung vom 15. Januar verpflichtet, die Listenpreise einzuhalten und gebrauchte Schlepper nur zum Taxpreis in Zahlung zu nehmen.

Da sich nicht die gesamte Branche zu einer solchen Maßnahme entschließen konnte, bedeutet dieser Schritt für die vier Firmen mit den gebundenen Preisen auch ein gewisses Absatzrisiko. Man scheint jedoch allgemein in der Schlepperindustrie dem Frühjahrsgeschäft wieder mit einigen Hoffnungen entgegenzusehen. Für manchen Schlepperkäufer bedeutet die Preisbindung der zweiten Hand einiger namhafter Firmen, daß er nun Fabrikate dieser Hersteller nicht mehr so preisgünstig wird einkaufen können wie im vergangenen Jahr, weil das Unterschreiten des Listenpreises verpönt ist. Die Firmen versuchen jedoch, ihre Kunden darüber aufzuklären, daß so ungewöhnliche Marktverhältnisse wie 1956 auf die Dauer auch nicht zum Vorteil der Käufer sind. Wenn der Handel zu übersteigerten Rabatten gezwungen wird, kann das leicht seinen Kundendienst einengen. Und die Hereinnahme gebrauchter Schlepper zu überhöhten Preisen trifft jene Landwirte, die auf Zweithandschlepper angewiesen sind. In jedem Fall paßt die Preisbindung der zweiten Hand besser in die Marktwirtschaft, als die ursprünglich von den Produzenten angestrebte Wettbewerbsordnung. –td