Als erste Versicherungsgruppe gibt der Gerling-Konzern einen Gesamtüberblick über die wichtigsten Ergebnisse im Jahre 1956. Aus den Vergleichszahlen von 1953 und 1950 läßt sich der steile Anstieg ablesen, den die deutsche Versicherungswirtschaft und die Gerling-Gruppe seit der Währungsreform genommen hat: Während die Prämieneinnahmen 1950 noch 97,2 Mill. DM betrugen, werden sie in 1956 mit 261 Mill. ausgewiesen. Gleichzeitig hat sich aber auch die Versicherungsleistung seither etwa verdreifacht. Aufschlußreich ist vor allem die Entwicklung bei den Vermögensanlagen. 1950 betrugen sie 207,7 Mill. DM, davon über die Hälfte (nämlich 113,4) Ausgleichsforderungen. 1956 machten die Vermögenswerte 582,9 Mill. aus; den größten Posten bildeten zwar wieder die Ausgleichsforderungen (149,3), ihnen folgen jedoch unmittelbar die Schuldscheinforderungen mit 145,8, die 1950 nur 19,3 Mill. DM ausmachten. Es ist bereits von anderer Stelle der Versicherungswirtschaft festgestellt worden, daß die Ausweitung des Postens "Schuldscheindarlehen" nicht überall ganz freiwillig vor sich gegangen ist. Sicherlich bieten diese Darlehen eine hohe, woanders nur selten zu erreichende Effektivverzinsung, doch liegt bei ihnen die Kehrseite in dem Druck, den manche Versicherungskunden ausüben, um zu einem Darlehen zu gelangen, obwohl der Versicherungsträger dabei nicht unbedingt immer ein gutes Risiko eingeht.

Mit der Vorlage des Jahresberichts für 1955 der Gerling-Konzern Lebensversicherungs-AG haben nunmehr alle Gesellschaften ihre Abschlüsse bis zum 31. 12. 1955 publiziert. Es wurde in der Berichtszeit ein Überschuß von 7,9 Mill. DM erzielt; hiervon werden 7,7 Mill. der Rückstellung für Beitragsrückerstattung zugewiesen. Als Gewinnbeteiligung der Versicherten wurden 4,1 Mill. gezahlt bzw. zurückgestellt. Den Aktionären wird eine Dividende von unverändert 8 v. H. gezahlt. 1956 wurde das insgesamt 3 Mill. DM betragende AK durch Resteinzahlung von 1 Mill. DM voll aufgefüllt. u e.

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Gute Aussichten für Zweiräder. Bei NSU in Neckarsulm bereitet man sich auf eine behutsame Renaissance des Zweirades vor. Jedenfalls sei, so sagte ein Sprecher dieses Werkes, der Tiefpunkt des Zweirades überwunden, zumal man annehmen kann, daß die niedrigen Unterhaltungskosten bei zahlreichen Fahrern den Ausschlag geben dürften. – Marktuntersuchungen haben ergeben, daß 1957 der Rollerweiter zu Lasten des echten Motorrades an Boden gewinnen wird. Insbesondere wird der Roller weiteren Eingang in die Kreise der Landbevölkerung finden, die bisher den Roller noch als ein "modisches Stadtfahrzeug" empfanden.

Für die Leonberger Bausparkase AG. In Leonberg brachte das Jahr 1956 eine weitere Steigerung ihrer Umsätze. So wurden im vergangenen Jahr 23 525 Verträge über eine Bausparsumme von 358,196 Mill. DM eingelöst, das entspricht nach der Summe einer Zuwachsrate von mehr als 12 v. H. Es wurden 1956 6288 Verträge mit einer Summa von 105,324 Mill. DM zugeteilt. Die Gesamt-Finanzierungsleistung erhöhte sich damit seit der Währungsreform auf mehr als 417 Mill. DM.