Trotz aller Schwierigkeiten brachte das Jahr 1956 für die westdeutsche Automobilindustrie neue Produktionsrekorde. Es wurde ein Ausstoß von 1073 084 Kraftfahrzeugen erreicht, und damit rückte die Bundesrepublik hinter den Vereinigten Staaten und vor Großbritannien auf den zweiten Platz in der Weltrangliste der Automobilproduzenten. Im Export konnte die bundesdeutsche Automobilindustrie mit 484 698 Einheiten sogar auf den ersten Platz klettern und rangiert jetzt vor den Staaten und auch vor England.

Dieses Rekordergebnis darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, daß die Zuwachsraten gegenüber den vorangegangenen Jahren schon erheblich niedriger liegen. Wurde früher eine Produktionssteigerung je Jahr um etwa 30 v. H. erreicht, so kam sie im vergangenen Jahr bei Personenwagen nur auf 19 und bei Lastwagen – dank der "verkehrshindernden" Verkehrsgesetze – nur auf 12 v. H. Bei der Ausfuhr ist ebenfalls ein bescheidenerer Anstieg festzustellen, obwohl 1956 die westdeutsche Automobilindustrie dank ihrer intensiven Exportbemühungen immerhin einen Devisenerlös in Höhe von 2,3 Mrd. DM verbuchen konnte.

Die Produktion der zehn in der Bundesrepublik Personenkraftwagen bauenden Automobilfabriken stellt sich für 1956 auf knapp 960 000 Stück, gegenüber 851 400 Einheiten im Jahr 1955 und knapp 460 000 Stück in 1953. In den letzten vier Jahren ist also eine Verdoppelung der Stückzahl erfolgt. Die einzelnen Werke berichten über nachstehende Ausstoßzahlen:

Beim Volkswagenwerk sind in der Gesamtjahresproduktion von 395 211 Einheiten (1955: 330 120) 62 294 Transporter enthalten: der Export konnte von 177 591 Wagen im Jahr 1955 auf 218 540 im abgelaufenen Jahr gesteigert werden.

Die Daimler-Benz AG hat im vergangenen Jahr 108 000 Kraftfahrzeuge (1955: 93 000) produziert. Der Umsatz hat sich auf 1,46 Mrd. DM belaufen, wovon 620 Millionen DM auf den Export entfallen. Das Unternehmen beschäftigt rund 50 000 Arbeitskräfte.

Von der Adam Opel AG wurden imrückliegenden Jahr 207 010 (1955: 185 340) Einheiten produziert. Der Export konnte in der Berichtszeit von 98 450 Wagen auf 113 278 erhöht werden. Damit belief sich der Exportanteil auf 54,7 v. H. der Produktion.

Von der Bremer Borgward-Gruppe (dazu gehören Borgward, Goliath und Lloyd) wurden 1956 insgesamt 95 017 Kraftfahrzeuge produziert. Von dieser Jahresproduktion gingen 26 466 Einheiten in den Export. Das Borgward-Werk (Gesamtproduktion 1956:28 899) konnte den Exportanteil von 42 v. H. im Jahre 1955 auf 50,3 v. H. in 1956 ausweiten. Beim Goliath-Werk (Gesamtproduktion 13 580) ergab sich ein Exportanteil von 27,1 v. H. und bei der Lloyd Motoren-Werke GmbH (Gesamtproduktion 52 538) ein solcher von 13,9 v. H.