DIE ZEIT

HAUPTSTADT: BERLIN

Sollten die vielen leeren Plätze im Haus der Abgeordneten am Tage der Berlin-Debatte etwa darauf, deuten, daß Zweifel am Erfolg der Sache weit verbreitet sind, es wäre schlimm.

Duell in Fernost

Der indische Handelsminister Moraji Desai, der als einer der möglichen Nachfolger Nehrus gilt, meinte: "Der kürzeste Weg führt nicht immer am raschesten zum Ziel.

Propaganda? Ohne uns!

Rundfunksendungen nach dem Ausland müssen Propaganda sein." Dieses beängstigend stupide Argument hörte man bisher vor allem von den Gegnern des Rundfunk-Auslandsdienstes, die damit begründen wollten, warum sie solche Sendungen ablehnen? "So was höre ich doch nicht – alles nur Propaganda.

Nach den Bomben in Tirol

Je nach dem Wind schiebt sich an gewissen Tagen der Rauch der vielumstrittenen und insofern zum „Problem Südtirol“ gehörigen Industriezone als dicker Schwaden über die südöstlichen Stadtteile von Bozen.

Hitlers Wölfe

Es muß einen Mann wie unseren Bundestagspräsidenten Gerstenmaier ein gutes Stück Selbstüberwindung gekostet haben, sich in eine Versammlung ehemals sehr aktiver Naziprominenz zu begeben, wie er das kürzlich im „Hermann-Ehlers-Haus“ in Stuttgart getan hat.

ZEITSPIEGEL

Auf der letzten Tagung des sowjetischen Komsomol-Jugendverbandes in Moskau forderten die Delegierten in einem „Sechs-Punkte-Programm“: 1.

99 Prozent!

Radio Bukarest verbreitete dieser Tage die Resultate der rumänischen Parlamentswahlen.......................................

Englands starker Mann

Niemand im neuen Kabinett Macmillans macht soviel von sich reden wie Duncan Sandys (sprich: sänds). Wenn man die Leute auf den Straßen hier fragte, wer wohl der nächste konservative Premierminister werden könnte, dann wird jetzt sein Name öfter als jeder andere genannt.

Die Heimat blieb zurück...

Verspätung 150 Minuten“ hieß die Durchsage auf dem Büchener Bahnhof, eine Stunde vor Mitternacht. „Na, das geht ja noch“, sagt die freundliche Rote-Kreuz-Helferin.

Voreheliche Prüfung

Die inneren Bindungen sind also nicht durchschnitten worden; Ungeklärt geblieben ist auch das Problem der Koexistenz der Sozialisten und Kommunisten in dem von Togliattis Vertrauensleuten kontrollierten Gewerkschaftsbund und in den anderen Massenorganisationen.

Maschinendörfer für die Sowjetzone

In der kurzen Zeitspanne von 1952 bis heute sind in Mitteldeutschland. 6273 landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaften gebildet worden, so daß heute je sechs von zehn Dörfern zu einer solchen Kolchose gehören.

Drei Pfennig mehr...

Benzin: drei Pfennig teurer... Porto: drei Pfennig teurer... Die Motoren drehen sich weiter, der Strom der Briefe läßt nicht nach.

Wallenbergs Schicksal

Am 17. Juli 1947 in einer Zelle des Ljublanka-Gefängnisses in Moskau am Herzschlag im Alter von 36 Jahren gestorben“, heißt es in einem Memorandum zum Fall Raoul Wallenberg, das die Sowjetregierung vor einigen Tagen in Stockholm überreichen ließ .

Was hindert uns zu beten?

Seit Jahren schon geplant und vorbereitet, ist die Katholische Akademie in Bayern jetzt Wirklichkeit geworden. Es handelt sich dabei nur scheinbar und äußerlich um ein Konkurrenzunternehmen zu der schon lange in ihrer Art bewährten Evangelisten Akademie.

Im Schatten Europas

Zu einer Wanderausstellung amerikanischer Graphik in westdeutschen Amerika-Häusern

Neue Schallplatten:: Ein Meister russischer Musik

Am fünfzehnten Februar vor hundert Jahren ist in Berlin der russische Komponist Michael Glinka gestorben. Er selber ist sich seiner Bedeutung niemals bewußt gewesen; erst nach seinem Tode stellte sich heraus, daß er als der Begründer einer kraftvollen Bewegung zu gelten hat, deren Auswirkung auch heute noch nicht am Ende zu sein scheint: der nationalen Schule russischer Musik.

Notizen

Ungarn lernt wieder Deutsch. Nachdem Russisch nicht mehr als Pflichtfremdsprache in den ungarischen Schulen gelehrt wird, haben sich in den Oberklassen der Grundschulen 90 v.

Der verchromte Urwald

Brasilien kann mit König Lear sagen: „Ich bin ein Mensch, an dem mehr gesündigt worden ist, als er an anderen gesündigt hat.

Knigge für Iwan

Wer etwas auf sich hält im roten Proletarierreich, der wird künftig unter gar keinen Umständen seinen Schlafanzug mehr auf Balkons, in Parks oder gar beim Einkaufen tragen.

Der kesse Herr Arno Schmidt

Als 1949 der Novellenband Leviathan von Arno Schmidt erschien, durfte man annehmen, ein drahtiges Erzählertalent mit unüberblickbaren Entwicklungsmöglichkeiten sei in die deutsche Literatur eingetreten.

Adam langweilte sich

Der flämische Autor wagt den paradoxen Versuch, die ohnehin zeitlosen ersten Kapitel der Genesis aus heutiger „humaner“ Sicht noch einmal ins Zeitlose zu transponieren.

Dichter kommen auf uns zu

Daß in unserer prosaischen Zeit die Lyrik in der Literatur eine immer größere Rolle spielt, kann man an der zunehmenden Zahl der Gedichtbände ablesen.

Bayern: Schwarze Langfinger

Wie jedes Wochenende trug die Alte vom Schwedenstein ihren Kassenüberschuß zur Sparkasse. Die kleine Kolonialwarenhandlung am Stadtrand von München hat das Ehepaar G.

Pommern: Vorsicht! Wölfe!

Aus Rußland über Ostpreußen, Westpreußen und die Tucheler Heide herübergewechselte Wölfe sind in Rudeln wieder bis nach Ostpommern vorgedrungen.

Nicht so böse!

Ein beherzigenswerter Vorschlag kömmt aus den Goliath-Werken in Bremen, wo man sich wohl gesagt haben mag, daß die Chance, viele Autos zu verkaufen – und nichts anderes will man dort schließlich –, gemeinsam mit der Chance wächst, am Steuer eines solchen Autos auch heil durch den deutschen Verkehr zu kommen.

Saarland: Schwedin mißhandelt zwei Polizisten

Auch daß sie zum erstenmal in ihrem Leben in Saarbrücken und auf der Hochzeitsreise war, enthob die 23jährige Brite Reuterswärd, eine bildhübsche junge Frau aus einer der besten schwedischen Familien in Stockholm, gewiß nicht der Pflicht, ihren Führerschein bei sich zu haben, als sie am Dienstag, dem 29.

Heimliche Trinker

Nicht alle Bayern, die am Stammtisch hinter einem Maßkrug sitzen, trinken daraus Bier, Diese Feststellung ist das Ergebnis einer Beobachtung an Biertischen und einer Befragung von südbayerischen Wirten.

Bremen: Das Abgründige in uns

Der Normalverbraucher wird zum Kaffee geladen. Das Abgründige in ihm soll erforscht werden. Die Wirtschaft hat genug von Statistiken und Umfragen über das, was die Kunden bevorzugen.

Berlin: Spekulationen ...

Am 31. Oktober 1956 faßte der Vorstand des Verbandes der Kühlhäuser und Eisfabriken e. V. in Hamburg einen beispielhaften Beschluß: Der vakant gewordene Geschäftsführerposten des Verbandes sollte mit einem Berliner besetzt werden, der die Verlegung des Verbandssitzes in die einstige Reichs- und künftige Bundeshauptstadt vorbereiten und zu gegebener Zeit vollziehen sollte.

Rote Bilanz

Wenn Kommunisten wirtschaftlich ihre Karten aufdecken, tun sie es ganz gewiß nicht aus Wahrheitsliebe. Wenn der Chef der staatlichen Plankommission in der Sowjetzone, Bruno Leuschner, jetzt zum zweiten Male innerhalb weniger Wochen, diesmal vor dem Zentralkomitee der SED, eine für materialistische Dialektiker ungewöhnlich offenherzige und fast erbarmungslose Bilanz der Lage im deutschen Satellitenstaat der Sowjets gezogen hat, so darf man darin die offizielle Bestätigung für die landläufige Überzeugung sehen: das Zonenregime befindet sich gegenwärtig in der schwersten wirtschaftlichen Belastungsprobe seit seinem Bestehen.

Auch ein Fazit der Verkehrspolitik

Eigentlich müßte es wohl heißen: Seebohm contra Allgemeinwohl – aber die verfehlte Anlage der Verkehrspolitik aus dem Hause Seebohm wird besonders eklatant da, wo sie die vom Ministerium Lübke in so dankenswerter Weise betriebene Politik einer Verbesserung der Agrarstruktur durchkreuzt.

Uran drängt zum Markt

Als im Frühjahr 1940 der Generaldirektor der Union Minière du Haut Katanga, Sengier, in sicherem Instinkt für die zukünftige militärische Rolle des Urans runde 1000 t Erzkonzentrat vor Belgisch-Kongo nach Hoboken disponierte, wurde zum letztenmal eine größere Uranerzladung zwischenstaatlich ohne Einschaltung höchster Regierungsinstanzen transportiert.

Steuersenkung?

Die Aussichten auf eine Senkung der Einkommensteuer vor der Bundestagswahl, für die jetzt die Anträge der FDP (mit einer Tarifsenkung von 15 v.

Liberalismus – auch heute noch mit realer Chance

Der Bonner Volkswirtschaftler Professor Dr. Heinrich Niehaus, Direktor des Instituts für Agrarpolitik und Marktforschung bei der Landwirtschaftlichen Fakultät der dortigen Universitat, legt nach mehr als zwanzig Jahren des Forsehens, des Lehrens und des öffentlichen Wirkens eine Art Rechenschaftsbericht vor: „Leitbilder der Wirtschafts- und Agrarpolitik in der modernen Gesellschaft“ (426S.

Auf einen Blick...

Die Montan-Union der sechs europäischen Staaten: Frankreich, Belgien, Luxemburg, Italien, Holland und Deutschland feierte Geburtstag; sie bestand am vergangenen Sonntag vier Jahre.

Norwegen zaudert

Während die schwedischen Staatsmänner den Standpunkt vertreten: Erst Nordische Zollunion, dann Beitritt zum Europamarkt – mochte man in Norwegen lieber weiter auf die Zollunion mit dem benachbarten Industrieland verzichtet.

Auf dem zweiten Platz

Trotz aller Schwierigkeiten brachte das Jahr 1956 für die westdeutsche Automobilindustrie neue Produktionsrekorde. Es wurde ein Ausstoß von 1073 084 Kraftfahrzeugen erreicht, und damit rückte die Bundesrepublik hinter den Vereinigten Staaten und vor Großbritannien auf den zweiten Platz in der Weltrangliste der Automobilproduzenten.

Eine stolze Dividende

Die Vereinsbank in Hamburg hat als erstes Kreditinstitut von Rang und Namen ihren Dividendenvorschlag für das Geschäftsjahr 1956 unterbreitet: zwölf Prozent.

Zusammenarbeit im Büromaschinen-Vertrieb

Die Brunsviga Maschinenwerke AG, Braunschweig, die eine führende Rolle in der Produktion von Rechenmaschinen spielt, und die Diehl GmbH, Nürnberg, die vor kurzem die Aktienmehrheit der Uhrenfabrik Junghans AG, Schramberg, erworben hat, haben ein Übereinkommen getroffen, wonach beide Firmen im Vertrieb ergänzend zusammenarbeiten werden.

Kann die Börse wieder Mut schöpfen?

Die abgelaufene Börsenwoche stand im Zeichen weiterer Kursrückgänge. Sie nahmen zwar kein bedrohliches Ausmaß an, doch sorgten sie dafür, daß die Resignation, die nun seit Wochen in den Börsensälen zu Gast ist, noch nicht überwunden wurde.

Hundert Jahre Rheinpreußen

Schon 1852 hatte Kommerzienrat Franz Haniel beim damaligen Bergamt Düren eine große Bergbaukonzession im Raum Moers bis Uerdingen beantragt und Bohrungen vorgenommen.

Die Griechen leben im Licht

Der Mensch ist das Maß aller Dinge geblieben – Keine Sklaven der Zivilisation – „Fremder“ und „Gast“ sind das gleiche

SPORT DER ZEIT: Unfaire Hindernisse

Das große Internationale Reit- und Springturnier, das in Berlin traditionsgemäß während der „Grünen Woche“ abgehalten wurde, hat auch diesmal die Mehrzahl der besten in- und ausländischen Turnierreiter auf den Plan gerufen.

Der Witz der Woche

In einer New Yorker Untergrundbahn liest ein Neger eine jüdische Zeitung. Ihm gegenüber sitzt ein Amerikaner weißer Hautfarbe.

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