a. l., Saarbrücken

Auch daß sie zum erstenmal in ihrem Leben in Saarbrücken und auf der Hochzeitsreise war, enthob die 23jährige Brite Reuterswärd, eine bildhübsche junge Frau aus einer der besten schwedischen Familien in Stockholm, gewiß nicht der Pflicht, ihren Führerschein bei sich zu haben, als sie am Dienstag, dem 29. Januar, nach einer Morgenspazierfahrt außerhalb der Stadt im Zentrum Saarbrückens nach einem Parkplatz suchte.

Ein Polizist trat auf sie zu und fragte sie nach den Papieren. Sie versuchte, den Hüter des Gesetzes mit einem Lächeln und dem Triptik zu besänftigen; den internationalen Führerschein, erklärte sie, habe sie leider in einer anderen Handtasche in ihrem Zimmer liegenlassen.

"Steigen Sie aus und kommen Sie mit", sagte der Polizeimann gar nicht sehr freundlich,

Brita sagte trotzig: "Nein, ich bleibe sitzen!" Nun riß – etwas früh scheint uns – dem Polizisten die Geduld. Er zog die Missetäterin aus dem Wagen.

Brita bat: "Lassen Sie mich wenigstens mit meinem Mann telephonieren!" In diesem Stadium hielt der Polizist es für ratsam, Verstärkung herbeizuholen.

Im Polizeigriff wurde Brita durch zwei Polizisten vom "Tatort" (dem Parkplatz) zur Polizeiwache geschleppt. Aha, eine Diebin, auf frischer Tat ertappt, dachten die Passanten. Brita weinte vor sich hin – erstens, weil sie nicht gewohnt war, in dieser Form von Herren geführt zu werden; zweitens, weil der Polizeigriff weh tat.