Wer es weit gebracht hat, kann weit reisen

Heia Safari!" heißt es in diesem Jahr gleich dreimal bei dem Scharnow-Reisebüro in Hannover. Drei Afrika-Reisen hat Scharnow in diesem Jahr zusammengestellt. Die erste dauert zwanzig Tage, vom 20. Juni bis 9. Juli, und beginnt in Johannesburg, führt zum Krüger-Nationalpark, zu den Ruinen von Zimbabwe und endet bei den Victoria-Katarakten. Die zwei anderen beginnen am 18. Juli und 15. August und dauern 25 Tage mit der gleichen Route, die in Windhoek einsetzt, über das Khomas-Hochland, Swakopmund sowie das Kaokoveld führt und in der Etoschapfanne ihr Ziel erreicht. Der Anflug bis Windhoek oder Johannesburg geschieht mit viermotorigen Maschinen der SAA (South African Airways), die ihre Gäste in Frankfurt abholen und für die Anreise über Rom, Khartum, Nairobi drei Tage benötigen.

Der Preis? Nun: genau 4390 DM kostet Safari Nr. 1, 3950 DM Safari Nr. 2 und 3! Dieser Preis schließt aber ein: Verpflegung (ein Koch wird von Deutschland mitgebracht), Transport (per Omnibus und Jeep) und Übernachtung (auf aufgepflockten Schlafsäcken oder in Bungalows und Grashütten), außerdem ärztliche Betreuung.

Als das Reisebüro im vergangenen Jahr zum erstenmal zu einer Safari aufrief, sah die Besetzungsliste etwa folgendermaßen aus: elf Mitglieder aus dem Hause Wittelsbach, ein Zoodirektor, einige reichbegüterte Akademiker und – eine 69jährige Lady aus Chikago. Im vorigen Jahr war die Safari ausverkauft, in diesem – es dürfen zwischen 24 und 32 Personen teilnehmen – ist man in Hannover so siegesgewiß, daß man gleich drei Fährten in den Busch startet. Man vertraut dabei auf die Zugkraft solcher Reiseleiter wie Prof. Dr. Lutz Heck. Ihre Namen sollen dafür garantieren, daß unter den friedlich grasenden Zebras und Antilopen kein Blutbad angerichtet wird. Denn: man will nur eine Photo-Safari veranstalten. "Safarianern" wird versichert, daß man ihnen die Futterstellen, den Wildwechsel, ja unter Umständen sogar einen Löwen am Riß zeigen wird. Den modernen Nachfahren Livingstones wird empfohlen, etwa 500 DM Taschengeld, Sommerkleidung, ein Moskitonetz und unter allen Umständen eine Sonnenbrille in das Abenteuer mitzunehmen. g. sp.