Die Vereinsbank in Hamburg hat ihre Bilanz per 31. Dezember 1956 vorgelegt. Sie wird gekennzeichnet durch das beträchtliche Steigen der Einlagen, dem keine entsprechende Ausweitung bei den Debitoren gegenübersteht. Ob diese Tendenz für die kommenden Bankbilanzen typisch sein wird, läßt sich heute noch nicht mit Sicherheit sagen. Das Hamburger Institut, dessen Schwerpunkt im kurzfristigen Geschäft (und hier in der Außenhandelsfinanzierung) liegt, nimmt in vieler Hinsicht eine Sonderstellung ein, die nicht zuletzt in der vorgeschlagenen zwölfprozentigen Dividende zum Ausdruck kommt. Immerhin läßt die Bilanz erkennen, daß die Bank der Forderung, Zurückhaltung zu üben, weitgehend nachgekommen ist. Obwohl die Gesamteinlagen um knapp 20 v. H. auf 328 Mill. DM gestiegen sind, hat sich das Kreditvolumen nur um 4,71 v. H. auf 301 Mill. vergrößert (von 1954 auf 1955 betrug die Ausweitung des Kreditvolumens noch 10,28 v. H.). Da andererseits die Bilanzsumme per 31. Dezember 1956 nur um acht v. H. auf 439 Mill. gestiegen ist, ergibt sich insgesamt eine spürbare Verflüssigung des Bilanzbildes.

Wie die Verwaltung in ihrem Geschäftsbericht ausführt, konnten alle vertretbaren kurzfristigen Kredit wünsche der Kundschaft befriedigt werden. Zurückhaltender war die Bank dagegen bei den Forderungen nach mittel- und langfristigen Mitteln. Die langfristigen Darlehen wurden im Zuge planmäßiger Rückflüsse um 4 Mill. DM abgebaut, nachdem sie im Vorjahr noch um etwa 3 Mill. DM vergrößert worden waren.

Das ausgewiesene Eigenkapital von 28 Mill. DM macht – wie in der Vorjahresbilanz – wieder 6,4 v. H. der Bilanzsumme aus. Verbessert hat sich die Relation des Eigenkapitels zu den Gesamtverbindlichkeiten. Man kommt hier auf einen Satz von 9,143 vH., gegenüber 6,951 v. H. per 31. Dezember 1955. Der jetzt erreichte Stand liegt übrigens schon leicht über dem von 1938. Damals machte er 9,105 v. H. aus. -dt