Viele Politiker der Bundesrepublik haben in den letzten Monaten die Entwicklungsländer bereist, um an Ort und Stelle Antwort auf die Fragen zu bekommen, die heute besonders aktuell sind. Sie sind mit einem bunten Strauß von Oberlegungen, Anregungen, Feststellungen, Versprechungen und vielem anderen nach Hause gekommen.

Jetzt kommt es darauf an, Ordnung in die Gedanken zu bringen und sie mit den realen Möglichkeiten der Bundesrepublik abzustimmen. Eines ist sicher: wir sind nicht so reich wie Amerika, das (Jahr für Jahr!) Milliardenbeträge für solche Zwecke auszugeben vermag. Unsere Mittel sind beschränkt, vor allem auch im Hinblick auf die Fragen, die es zu lösen gibt. Ganze 50 Mill. DM konnten daher auch nur im Haushaltsplan 1956 für Zwecke der Technical Assistence der Bundesrepublik eingesetzt werden. – Was wir aber bieten können, und den Entwicklungsländern auch bieten sollten, sind unsere Kenntnisse und Erfahrungen bei dem Aufbau von Industrien. Hierfür wären in erster Linie die bescheidenen Mittel sinnvoll einzusetzen, die zur Verfügung stehen, und zwar ohne daß ein neuer kostenverschlingender Verwaltungsapparat geschaffen wird. Um das zu sichern, haben sich auf Initiative des Bundesverbandes der Deutschen Industrie Präsidialmitglieder der sieben führenden Spitzenverbände der bundesdeutschen Wirtschaft zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammengeschlossen, um dort, wo es das Auswärtige Amt für richtig hält, eine sachkundige Beratung der Entwicklungsländer bei ihren Planungs- und Ausbildungsvorhaben sicherzustellen. W. R.