Nach jahrelangen Vorarbeiten in den Ausschüssen hat der Bundestag in der vergangenen Woche ein Gesetz zur Bekämpfung der Schwarzarbeit verabschiedet. Jetzt wird künftig nicht nur derjenige, der ohne Gewerbeerlaubnis gegen Entgelt Arbeiten ausführt, bestraft, sondern auch der Auftraggeber. Allerdings sollen mit diesem Gesetz nur die schweren Fälle dieses "Kavaliersdeliktes" erfaßt werden ( – "wenn einer Dienst- oder Werksleistungen für andere in erheblichem Umfange erbringt"), während die leichten Verstöße nach den bereits bestehenden Bestimmungen geahndet werden sollen. Ausdrücklich von der Bestrafung ausgenommen sind Dienst- oder Werksleistungen, die auf Gefälligkeit oder Nachbarschaftshilfe beruhen, sowie die Selbsthilfe nach den Bestimmungen des Zweiten Wohnungsbaugesetzes.

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Noch in keinem Jahr seit der Währungsreform ist so hart um die Höhe der Dividenden gerungen worden wie augenblicklich. Zum ersten Male wurde auch einer breiteren Öffentlichkeit sichtbar, daß Aufsichtsräte eine höhere Dividende durchsetzten, als sie die Vorstände ursprünglich verantworten wollten. Offensichtlich haben die Bankenvertreter in den Aufsichtsräten erkannt, daß das Publikum nur dann für die Wertpapieranlage zurückgewonnen werden kann, wenn Schlagworte wie "solide Bilanzpolitik" und "angemessene Dividende" auf ihre wirkliche Bedeutung zurückgeführt werden und die Gesellschaften die bisher geübte Zurückhaltung in der Ausschüttungspolitik aufgeben.