ser., Berlin

Bärchen", ein herziger Briefkastenonkel der immer fröhlich roten (Ost-) "Berliner Zeitung", ist seit drei Monaten Besitzer einer Uhr aus Ruhla im Thüringer Wald, die er für ein kaum nennenswertes Vermögen erwarb, um sie auf einen Tisch zu stellen und sich an dem lieblichen Ticktack zu erfreuen. Obwohl "Bärchen" versichert, mit seinen Tatzen nicht in dem Gehäuse herumgewühlt zu haben, wollte das Gerät nach vier Wochen nicht mehr mitspielen. Als "Bärchen" dann durch Drehen einiger Hebel und Schräubchen versuchte, die Kreislaufstörungen zu beheben, verklemmten sich die Zeiger. Kundige Fachleute haben übereinstimmend versichert, die pflichtvergessenen Zeiger müßten durch andere ersetzt werden. Gleichzeitig hat sich herausgestellt, daß in Ruhla Wort und Begriff "Ersatzteil" unbekannt sind.

Aber der ständige Umgang mit Rußlands klugen und selbstlosen Steppensöhnen hat seine Sinne geschärft. Und so hat das "Bärchen" jetzt eine Sanduhr gebastelt.

Freundschaft, liebes "Bärchen", ewige Freundschaft! Deine Steppenfreunde wollen, dich nur vor der Enttäuschung bewahren, eines Tages zu wissen, was die Glocke geschlagen hat.