In der vergangenen Börsenwoche brachte der frischere Dividendenwind mehr Leben in die Börsensäle. Er hatte jedoch keinen langen Atem, denn als der Berufshandel sah, daß er trotz steigender Kurse im wesentlichen unter sich geblieben war, verlangsamte er sein Tempo und begann – wo irgendmöglich – die Kursgewinne zu Geld zu machen. Die Folgen waren wieder sinkende Kurse. Immerhin hat das hoffnungsvolle Zwischenspiel bewiesen, daß gar nicht einmal sehr viel dazu gehört, um zu festeren Kursen zu kommen. Deutlich geworden ist aber auch, wie sehr heute die Dividende und damit die Rendite kursbestimmend geworden ist. Papiere wie Siemens und die IG-Farben-Nachfolger mögen ihren Wert für Daueranleger behalten haben, doch für den Berufshandel und vermutlich auch für das Neuanlagegeschäft der Investmentgesellschaften sind sie wegen ihrer geringen Rendite nicht interessant genug.

Renditen einiger namhafter Aktienwerte

Kurs am 22.2.1957 / Dividente *) v. H. / Rendite v. H. Hoesch 137 8 5,8

Phoenix-Rheinrohr 167 9 5,4

Dt. Erdöl 158 8 5,1

Dortmund-Hörder 126 6 4,8

Siemens 187 9 4,8