Die Deutsche Gesellschaft für öffentliche Arbeiten AG, Berlin/Frankfurt am Main, bekannt hauptsächlich unter der Kurzbezeichnung "Öffa", ist eines der Wunderkinder Schachtscher Finanzierungskunst. Ihre Aktien waren voll in der Hand des Reiches, und sind jetzt Bundesbesitz. Gegründet wurde die Öffa bereits 1930, um die bis dahin vom Reich wahrgenommenen Aufgaben auf dem Gebiete der wertschaffenden Arbeitslosenfürsorge zu übernehmen. Bald nach 1933 wurde sie zur zentralen Finanzierungsstelle der öffentlichen Arbeitsbeschaffung. Sie finanzierte teils mittels langfristiger Darlehen, teils durch das Akzept des Instituts, im Hinblick auf die vom Reich für später in Aussicht gestellten Mittel. Im Grunde hat dieses Institut in der damaligen Zeit der Arbeitslosigkeit, die nur durch eine expansive Kreditpolitik überwunden werden konnte, gut funktioniert. Sie hat insgesamt 1,5 Mrd. DM bereitgestellt. Der Mißbrauch kam erst später, vor allem als nach Erlangen der Vollbeschäftigung die öffawechsel durch "Mefowechsel" abgelöst wurden.

Dennoch, nach dem Kriege wollte niemand so recht mehr etwas von der Öffa wissen. Sie hatte daher mit vielen Schwierigkeiten und Verlusten zu kämpfen. Das aber ist überwunden. Die Gesellschaft legt jetzt einen zusammengefaßten Geschäftsbericht für die Zeit von 1948 bis 30. Juni 1955 mit einer sauberen Bilanz vor. Sie weist dabei gleichzeitig darauf hin, daß ihr mit Rücksicht auf die langjährigen Erfahrungen in der Finanzierung des Straßenbaues vom Bunde die Aufgabe der Finanzierung des Autobahnbaues den Bestimmungen des Verkehrsfinanzgesetzes zugewiesen wurde. Im ersten Jahr der neuen Aufgabenstellung wurden bereits 194 Mill. DM bereitgestellt. Bis zum Ende des laufenden Haushaltsjahres dürfte die Gesamtsumme der Auszahlungen aus Haushaltsmitteln des Bundes und aus Darlehen den Betrag von rund 338 Mill. DM erreichen. Trotz der seit Monaten zunehmend schwieriger werdenden Lage auf dem Kapitalmarkt konnte die Finanzierung weiterer Arbeiten sichergestellt werden. W. R.