Die Rheinische Blattmetall AG, Grevenbroich, eine Tochtergesellschaft des Erftwerks, das seinerseits wiederum zur bundeseigenen Vereinigte Aluminium-Werke AG gehört, hat 1956 gut gearbeitet und verdient, erklärte der Vorstand anläßlich einer Werksbesichtigung. Da die Gesellschaft mit dem Erftwerk einen Gewinn- und Verlustübernahmevertrag abgeschlossen hat, ist das tatsächliche Ergebnis nicht festzustellen. Die Rheinische Blattmetall AG verarbeitet die aus dem werksverbundenen Erftwerk gelieferten Aluminiumblöcke zu Aluminiumfolien und -bändern in einer "Stärke" bis zu neun My, also bis zu neun Tausendstel Millimetern. Etwa ein Drittel der Folien-und Bandproduktion entfällt auf den Inlandsverbraucher, ein Drittel geht in den Export und ein Drittel dieser Produktion wird an inländische Weiterveredler geliefert. Es wird also ein wesentlicher Teil der Produktion inländischen Folienwerken zur Veredelung abgegeben, was einer großen Anzahl mittlerer und kleinerer Betriebe zugute kommt, die ihrerseits Millionen-Investitionen sparen, die für kapitalintensive Walzanlagen notwendig wären;

Seit der Währungsreform hat die REBAG für rund 40 Mill. DM investiert. Sie verfügt u. a. über moderne amerikanische Maschinen, die ein 1200 mm breites Aluminiumband in einer Produktionsgeschwindigkeit von 36 Stundenkilometern herstellt. Der Preis für die Rohfolie liegt je Tonne zwischen 4000 bis 6000 DM bei einem Aluminium-Tonnenpreis von 2300 DM und einem vorgewalzten Block-Preis von etwa 3000 DM je Tonne. Die weiterveredelte und bearbeitete Folie erzielt bereits Marktpreise von 8000 bis 12000 DM je t.

Der Vorstand der VAW verwies in einem Pressegespräch darauf, daß die Aluminiumherstellung nur beim unmittelbarsten und preiswertesten Verbund mit dem Kraftstrom rentabel sei. Für eine Tonne Aluminium werden etwa 17 000 bis 18 000 Kilowattstunden Strom gebraucht. Es machen also schon Bruchteile von Pfennigen in der Kilowattstunde jährlich erhebliche Summen aus. Ein Schwerpunkt der deutschen Aluminiumproduktion liegt daher in Süddeutschland, mithin in unmittelbarer Nähe der Wasserstromkraftwerke. Das Erftwerk als Aluminiumerzeuger und Aluminiumwalzwerk ist auf der rheinischen Braunkohle in unmittelbarer Nähe des RWE-Stroms errichtet worden. Doch auch hier ließen sich die Herstellungskosten noch senken, wenn das Erftwerk ein eigenes Kraftwerk errichtet Aus diesem Grunde hat die Gesellschaft vor kurzem aus dem Besitz der Ilse Bergbau AG (Petscheck-Konzern) ein beachtliches Braunkohlenfeld erworben. Sie wird in einigen Monaten mit dem Bau eines Kraftwerks auf der Basis von 150 000 installierter kW und einem Kostenaufwand von 60 bis 70 Mill. DM beginnen. Es ist vorgesehen, daß die im Tagebau zu gewinnende Braunkohle von einem der Feldernachbarn, einer Braunkohlentochter des RWE, im Lohnauftrag gefördert wird, um eigene bergbauliche Investitionen größeren Umfanges einzusparen. rl t.