Von den zwölftausend Menschen, die allein 1956 auf den Straßen der Bundesrepublik ihr Leben verloren (im gleichen Zeitraum hatte England fünftausend Verkehrstote), hätten viele durch eine sofortige Bluttransfusion gerettet werden können. Eine solche Blutübertragung ist jedoch nur möglich, wenn Blutgruppe und Rhesusfaktor des Patienten bekannt sind. Sie festzustellen, dauert eine bis anderthalb Stunden – und dann ist es häufig schon zu spät...

Nicht zu spät wird es für den Verunglückten sein, der künftig die jetzt von der deutschen "Verkehrswacht" herausgebrachte Unfallschutzkarte in seinem Führerschein liegen hat. Dieser mit deutscher, englischer, französischer und Italienischer Beschriftung vorgesehenen Karte kann der Unfallarzt nämlich alle jene Informationen entnehmen, die bei einer schnellen Behandlung wichtig sind: neben Blutgruppe und Rhesusfaktor, also vor allem Angaben über Sensibilisierungen, über Tetanusschutzimpfungen, über frühere Behandlungen mit Cortison oder Insulin. Ausgearbeitet wurde die Karte, die mit dem Grünen Kreuz, dem Symbol der Verkehrswacht, gekennzeichnet ist, von bekannten Blutgruppen-Sachverständigen unter Leitung von Professor Dahr, Göttingen. Sie kostet 85 Pfennig und ist zu beziehen beim Deutschen Ärzte-Verlag, Köln, Melchiorstraße 14.

Gewiß: zu all den Papieren, die jeder Autofahrer ohnehin schon mit sich herumschleppt, kommt hier noch ein weiteres hinzu. Das ist nicht sehr bequem – so wenig wie der Gedanke behaglich ist, schon Informationen für den Unfallarzt in der Tasche zu tragen, der sich vielleicht einmal über einen beugen wird. Doch Unbequemlichkeit hin, Unbehaglichkeit her: sie beide könnten der geringe Kaufpreis dafür sein, daß jener Unfallarzt in jenen entscheidenden Minuten nicht mit den Achseln zu zucken braucht... H. G.