DIE ZEIT

Anspruchsvoll?

An die Stelle der Zwangsjacke von Versailles (die uns nicht nur Panzer, sondern auch Flugzeuge und schwere Geschütze verbot), ist das lose Gewand der NATO getreten.

Aus weniger – mehr

Wenn in der Diplomatie manche List erlaubt sein mag – dann bitte nicht so plump! Da ist die listige Theorie von gleichbleibender Kampfstärke bei zahlenmäßiger Verringerung der Truppen, die auf die in Westdeutschland stationierten englischen Regimenter angewendet wird.

Moskau entdeckte das Recht

Die Iswestija schrieb dieser Tage: „Indem er das Geständnis zur entscheidenden Grundlage bei der Aburteilung von Verbrechen machte, hat Wyschinski Grundzüge der bürgerlich-kapitalistischen Rechtstheorien in das Sowjetrecht eingeführt.

Symptom Pappritz

Über Einzelheiten des „Buches der Etikette“, das neuerdings soviel Aufsehen und hohe Auflagen erlebt, mag man an anderer Stelle, nämlich im literarischen Teil der ZEIT, lesen.

Der nächste, bitte!

In der Begründung dieses Begehrens heißt es ausdrücklich: Was der Staat den Sozialrentnern mit dem "Anhängen" der Renten an das steigende Volkseinkommen gewährt habe, das könne er seinen Beamten, die "ihr ganzes Leben hindurch" für ihn zu arbeiten sich verpflichtet hätten, unmöglich versagen .

Aus britischer Militärperspektive

Lord Alanbrooke war während des zweiten Weltkrieges Chef des britischen Generalstabes. An jedem Abend, den der Krieg werden ließ, machte er Eintragungen in sein Tagebuch, die in aufregend freimütiger Weise die Ansichten eines Soldaten in der höchsten alliierten Führung spiegeln.

Der schwarze Führer von Ghana

Am 6. März 1957 ist unter dem Namen Ghana aus der bisherigen britischen Kronkolonie Goldküste in Westafrika ein neuer souveräner Staat entstanden, der in der Art eines Dominiums, wie Kanada oder Australien, noch mit dem britischen Commonwealth verbunden bleiben wird.

KP-Parole: Non à Speidel

Wenn die zivilen und die militärischen Behörden Frankreichs den entscheidenden Anstoß zur Berufung von General Speidel auf sein NATO-Kommando gegeben haben, so taten sie das ohne Begeisterung.

Die Noten machen die Musik

Nicht nur die „feine Gesellschaft“, auch die Diplomatie hat ihre... fast hätten wir gesagt Anstandsregeln. Aber dann fiel uns ein, daß eine dieser Regeln lautet: „Benimmt der andere sich unanständig, dann mußt du es auch tun! Verbietest du meinem Botschafter, sich ohne Erlaubnis 40 Kilometer von deiner Hauptstadt zu entfernen, dann verbiete ich deinem Botschafter in meiner Hauptstadt dasselbe.

ZEITSPIEGEL

„Die Erfahrungen, die wir alle gemacht haben, haben uns reichlich mit Material versorgt, um unseren Enkeln zu imponieren und unsere Freunde zu langweilen.

Hand auf dem Staatssäckel

Bei meinem letzten Besuch in seinem Amte, aus dem er gerade am Tage vorher offiziell ausgeschieden war, leuchteten schöne langstielige Nelken auf seinem Schreibtisch – ein Abschiedsgruß seines Büros.

Die Menschen, mit denen wir leben

Anlaß zur Aufregung gab eine Fernsehsendung, die neuerdings Ende jeden Monats im Programm aller deutschen Sender steht. Sie heißt: „Panorama.

Ferienkummer

Das sogenannte Düsseldorfer Abkommen von 1955, in dem sich die Länder der Bundesrepublik verpflichtet haben, das Schulwesen zu vereinheitlichen und vor allem das Schuljahr überall zu Ostern beginnen zu lassen, wird bis zu dem vorgesehenen Termin – dem 1.

Wer hat recht in Kaschmir?

Deutsche Ingenieure stellten vor kurzem den "Anschluß" Kaschmirs an Indien her / Von Marion Gräfin Dönhoff

Kurt Heynicke: Gedichte

Kurt Heynicke ist der letzte der expressionistischen Dichter der berühmten Anthologie „Menschheitsdämmerung“, der heute noch Gedichte schreibt.

Greene - psychoanalytisch

Graham Greenes „The Potting Shed“ („Der Gärtnerschuppen“) erfuhr eine für einen Auslandsdramatiker seltene Huldigung: „Welturaufgeführt“ auf dem Broadway, ungeachtet des Autors amerikafeindlicher Kolonialpsychologie in seinem neuen Indochinaroman, aufgenommen mit einem Gemisch von Bewunderung und Verwunderung; bald ein „intellektuelles Detektivstück“ genannt, bald ein „modernes miracle-play“.

Mein Vater war ein Jude

Er wachte auf und hörte die Stimmen von Vater und Mutter nebenan im Balkonzimmer. „Jetzt fängt es hier an“, sagte sein Vater.

Schule der Diktatoren

Es ist gut, wenn unsere Zeitgenossen sich nicht in dem Glauben wiegen, die verflossene Hitlerei und ähnliche Erscheinungen bei anderen Völkern seien unglückselige Episoden gewesen, aus irgendeiner verhängnisvollen Zufallskonstellation geboren wie aus dem Nichts, in das sie auch wieder versunken seien.

Neue Schallplatten:: Unbekannt und verfälscht

Von den musikalischen Meistern allererster Ordnung ist keiner bis in die Gegenwart hinein mit dem Gros seiner Werke so unbekannt geblieben, mit den relativ wenigen populär gewordenen noch dazu so verfälscht worden, wie Georg Friedrich Händel.

Die Bühne blieb Konzertsaal

In Stuttgart ist im Alter von 59 Jahren unser Mitarbeiter und Freund, Dr. Oskar Jancke, an einem Herzinfarkt gestorben. Mit ihm verliert die deutsche Literatur einen ihrer fähigsten Kritiker, unsere Sprache einen ihrer kenntnisreichsten Freunde, wir alle einen noblen und aufrechten Menschen, dem diese Tugenden zu Lebzeiten oft sehr geschadet haben.

Notizen

„Zweiter Bildungsweg“ in Bayern. Als erstes Land der Bundesrepublik hat jetzt Bayern die „Zulassung zum Hochschulstudium ohne Reifezeugnis“ gesetzlich verankert, wodurch es künftig allen Begabten mit Volksschulbildung möglich wird, alle Hochschulfächer zu studieren.

Landschaft und Liebhaberei

Es gibt Bücher, die Durst machen – einen Durst, der landschaftsgebunden ist dort, wo die Reben wachsen. Eine solche „Weinreise“ im Buch erlaubt ein neuer Band der Liebhaberbücherei des Prestel-Verlags.

Tut eine Dame so etwas?

Eine Perle unter seinen Publikationen zu haben, ist verständliches Bestreben jedes Verlags, und er erreicht es damit, daß er sich, wenn nicht einen guten, so doch einen prominenten Autor beschafft, dessen Name wenigstens „zieht“.

Kampf gegen Schatten

Der erste Preis des Premio Viareggio, Italiens bedeutendstes Preisausschreiben neben Bagutta und mit dem Ruf, ausschlaggebend von der italienischen linksstehenden Intellighenzia beeinflußt zu sein, fiel im vergangenen Sommer Gianna Manzini zu.

Tatsachen genügen nicht

Mit Sicherheit kann man oft schon den angekündigten Büchern einen Erfolg oder Mißerfolg voraussagen – mit Sicherheit aber auch übersieht man manchmal eines in der Vielzahl der Neuerscheinungen, das dann unerwartet aus der Menge herausragt.

Stadtmusikant entflogen

Jetzt sind die Bremer Stadtmusikanten wirklich unter die Räuber gefallen. Seit Esel, Hund, Katze und Hahn durch die europäische Märchenwelt geistern, ist ihnen nirgendwo so übel mitgespielt worden, wie in der Stadt, deren Namen sie tragen.

Nordrhein-Westfalen: Verkehrsspielereien in den Gymnasien

Nun ist auch in Nordrhein-Westfalen der Verkehrsunterricht in den Lehrplan der Höheren Schulen aufgenommen worden. Da gibt es Windtafeln mit Kreuzungen, mit Über- und Unterführungen, mit Schildern aus Pappe und Schutzleuten aus Gips und selbstverständlich mit Fahrzeugen aller Art.

Bayern unter sich

Das Bundesverfassungsgericht hat eine Beschwerde des Münchener Amtmannes Zehentmaier gegen den Finanzminister zu Zehentmaiers Gunsten entschieden (DIE ZEIT Nr.

Hamburg: Ballade vom Handschuh

Nicht unter allen Umständen sind Handschuhe ein Attribut nur des feinen Mannes. Einem Einwohner Hamburgs zum Beispiel, der in lauer Nacht dabei überrascht wurde, wie er sich auf dem Baugerüst eines Geschäftshauses erging, rechnete man es gerade als unfein an, daß er dabei Handschuhe trug.

Bayern: Billige Pioniere

Ehemalige Luftwaffenangehörige führen Flugsicherungsdienst auf den NATO-Flugplätzen Fürstenfeldbruck, Erding, Landsberg und Kaufbeuren durch.

Anleihezinsen...

Die angestrengten Überlegungen, eine Kapitalmarkttheorie zu erfinden, die „wirklich hilft“, haben bisher schon eine stattliche Zahl ungereimter Ideen zutage gefördert: offenbar ist das Menetekel des berüchtigten Kapitalmarktförderungsgesetzes von ‚1952 bei vielen schon wieder vergessen! Die seltsamste dieser Ideen ist der Vorschlag, die steuerliche Abzugsfähigkeit von Anleihezinsen zu beschneiden.

„Einfuhrverhinderungsstellen“

Die E- und V-Stellen (Einfuhr- und Vorratsstellen), deren Funktion es ist, die Einfuhr an Lebensmitteln mengenmäßig auf den sogenannten „echten Bedarf“ zu begrenzen und sie preismäßig dem innerdeutschen Preisstand anzugleichen, sind recht umstrittene Einrichtungen.

Auf einen Blick...

In ihrem Februar-Bericht unterstreicht die Bank deutscher Länder, daß sich der in den letzten Monaten des vergangenen Jahres eingetretene Preisanstieg vermindert hat, wofür vor allem die Rückläufigkeit der Preise auf den Weltrohstoffmärkten ausschlaggebend ist.

Erhards Angriff auf die Preise

In den nächsten Tagen wird Bundeswirtschaftsminister Prof. Erhard sich entscheiden, ob er den (dann fertiggestellten) Gesetzentwurf über eine neue Zollsenkung dem Kabinett zuleiten will.

Lokaltermin im Wingert

Beim Amtsgericht in B. – leider verbieten es die besonderen Umstände des Falles, den Ort und die Namen der handelnden Personen zu nennen – ging die Klage eines Dorfbürgermeisters ein: Der Bauer Martin Christoffel habe ihn in der Öffentlichkeit, nämlich beim abendlichen Umtrunk in der Gastwirtschaft, dadurch beleidigt, daß er ihn einen „Saukerle“ gehießen habe .

Verkehrsgesinnung

Berlins Senator für Verkehr und Betriebe, Otto Theuner, rief angesichts der sich häufenden Disziplinlosigkeiten und der steigenden Straßenunfälle alle Verkehrsteilnehmer im Bundesgebiet und auch in Berlin auf, sich endlich zu einer besseren Verkehrsgesinnung durchzuringen.

Kritik an der Kritik

In der ZEIT Nr. 9 berichtete unser Mitarbeiter über den neuen Scharnberg-Entwurf zum Notenbankgesetz: „Alles, was im Ministerium fleißig erarbeitet wurde, soll über Bord geworfen werden“, darunter „die guten Grundsätze eines Notenbankgesetzes“, vor allem der Grundsatz der Unabhängigkeit.

Richtige Rüstungsfinanzierung

Die deutsche Gruppe der Europäischen Vereinigung für wirtschaftliche und soziale Entwicklung (CEPES) hat – in eigener Verantwortung – eine Studie über die wirtschaftspolitischen Grundsatzfragen der Rüstungswirtschaft in der Bundesrepublik erarbeitet.

London: Quittungen für Suez kommen herein

Da in England die Zinssätze auf dem freien Markt bereits vor einiger Zeit von über 5 auf etwa 4,5 v. H. gefallen waren (zu diesem Satz erfolgten übrigens auch die Aufnahmen des britischen Schatzamtes), war die Senkung des Diskontsatzervon 5,5 auf 5 v.

Rendezvous in Kairo

Vom 14. März bis zum 3. April wird in Kairo auf dem Messegelände der Nil-Insel Guezireh die Deutsche Industrie-Ausstellung stattfinden, die nicht nur Ägypten, sondern der gesamten arabischen Welt ein Bild von der Leistungsfähigkeit der Industrie der Bundesrepublik und Westberlins vermitteln wird.

Börse: Die Rentenrenditen steigen

Mit den neuen 7 1/2prozentigen Pfandbriefen und Kommunalobligationen, die von einigen öffentlich-rechtlichen Kreditinstituten jetzt ausgegeben worden sind, haben die achtprozentigen Industrieanleihen vom Bosch-Typ eine handfeste Konkurrenz erhalten.

BP wird jetzt AG

Im Zusammenhang mit der Begebung einer achtprozentigen 25-Mill.-DM-Anleihe (Ausgabekurs 98 v. H., Laufzeit längstens 15 Jahre) hat die BP Benzin- und Petroleum-Gesellschaft mbH, Hamburg, mitgeteilt, daß sie sich unter Zugrundelegung ihrer Bilanz zum 31.

Die Veba ist nicht unrentabel

Der Vorwurf, daß das Bundesvermögen nur eine ungenügende Rendite abwirft, ist nicht in jedem Fall gerechtfertigt. Wie überall, so muß man sich auch hier vor Verallgemeinerungen hüten, denn häufig trügt der Anschein.

Größte Volksbank

Mit einer Bilanzsumme von 78,6 (i. V. 64,3) Mill. DM und einem Bestand an rund 9800 (8000) Mitgliedern mit fast 15 000 (11 800) Geschäftsanteilen hat sich die Berliner Volksbank (West) eGmbH wieder eindeutig an die Spitze der deutschen Volksbanken gesetzt.

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