Der bisher größte Umsatz des Buchhandels, das Weihnachtsgeschäft 1956, ist vorbei. Grund genug also für die Verleger, schon wieder mit neuen Büchern auf den Plan zu treten. Ob wir die wichtigsten literarischen Werke des Herbstes alle gelesen haben oder überhaupt nur zur Kenntnis nehmen konnten – wen stört das im Buchgeschäft? Es ist ein rein literarisch – geistiger Gesichtspunkt, aus dem man wünschen könnte, die Verleger sollten doch einmal in einer Saison mit der Produktion aussetzen, weil Bücher doch nun nicht nur Ware sind und dennoch heute in ihrer Lebensdauer oft schon weit unter einer guten Automarke, einer Zahnpasta, die eingeschlagen hat, oder Perlon-Strümpfen liegen. – Attestieren wir den deutschen Verlagen aber, daß sie zumindest im Frühjahr doch – von einigen Großverlagen abgesehen, die am Fließband produzieren – zurückhaltender werden, vor allem, was die Quantität anbetrifft. – Weil sich unser "Auf den ersten Blick gesehen" bewährt hat und als eine erste vorsichtige Auswahl von unseren Lesern akzeptiert worden ist, haben wir auch dieses Jahr wiederum versucht, die Frühjahrsnovitäten zu überblicken und eben – freilich nur mit dem ersten Blick gesehen – das Wesentliche vom Unwesentlichen zu trennen. Wir werden uns auch diesmal wieder bemühen, diese hier aufgezählten wichtigsten Bücher der Frühjahrssaison auf unserer Literaturseite in den nächsten Wochen ausführlich zu behandeln. Atlantis-Verlag, Freiburg:

Lily Ahegg: "Im neuen China" Max Frisch: "Die Schwierigen" (Roman) C. Bertelsmann Verlag, Gütersloh:

Gerhart Hauptmann: "Im Wirbel der Berufung" ( Roman )

Verlag Kurt Desch, München: Joachim Maaß: "Kleist, die Fackel Preußens"

(Eine Lebensgeschichte)

Pamela Moore: "Cocktails zum Frühstück" (Roman)

Robert Neumann: "Mein altes Haus in Ken; –