Zu den Dingen, die wir von den Amerikanern

lernen können, gehört auch die Offenheit, mit der sie über Dinge sprechen, die wir nicht von ihnen lernen sollten. – So verbreitet sich der bekannte politische Kommentator Joseph Alsop unverblümt darüber, daß man heute in den Vereinigten Staaten einen Botschafterposten „kaufen“ kann.

Die Amerikaner unterscheiden zwischen Berufs- und politischen Diplomaten. Unter politischen Diplomaten verstehen sie Außenseiter, die auf Grund einer politischen Entscheidung mit diplomatischen Aufgaben betraut werden. An und für sich ist gegen diese Sitte nicht das geringste einzuwenden, doch hat sich offenbar der Brauch eingebürgert, bei diesen politischen Ernennungen auch darauf zu sehen, wieviel der Betreffende zum Wahlfonds seiner Partei beigesteuert hat.

Joseph Alsop war taktlos genug, diesen Dingen nachzugehen. 7000 Dollar – sie habe der amerikanische Botschafter in Dänemark, Robert Coe in den Eisenhower-Wahlfonds gezahlt – „reichten nicht aus“, darum sei ihm mitgeteilt worden, daß man seine Dienste nicht mehr benötige. 11 500 Dollar dagegen reichten – laut Joseph Alsop –, um John Clifford Folger zum Botschafter in Belgien zu machen. -ll