Auch in der HV der Deutschen Telephonwerke und Kabelindustrie AG (DeTeWe), Berlin, machte sich die Opposition der Kleinaktionäre bemerkbar. Sie galt der verständlichen Frage, ob der im Geschäftsjahr 1955/56 (30. 9.) eingetretene Umsatzrückgang um 16 v. H., der mit dem Ausbleiben der etwa 80 v. H. des Geschäftes ausmachenden Bundespostaufträge begründet wird, angesichts des vorausgegangenen guten Geschäftsjahres ein ausreichender Grund für die Herabsetzung der Dividende von 8 auf 7 v. H. sei. AR und Vorstand wiesen in ihrer Erwiderung darauf hin, daß die sofort eingeleiteten Sparmaßnahmen nicht vom gleichen Zeitpunkt an wirksam geworden seien. So habe beim Personalabbau von rund 4000 auf 3300 Beschäftigte Rücksicht auf die Kündigungsfristen genommen werden müssen. Im neuen Geschäftsjahre seien bisher keine weiteren Verluste eingetreten. Der Verlauf könne bei einer geringfügigen Zunahme des Umsatzes um etwa 1 v. H. als „befriedigend“ angesehen werden.

Wenn dennoch auch jetzt eine äußerst vorsichtige Beurteilung der Zukunft am Platze ist, so liegt dies an dem sehr problematischen Finanzierungssystem der Bundespost. Ihr Etat ist zwar genehmigt, die bis in alle Einzelheiten geplanten Investitionen können jedoch nicht in Auftrag gegeben werden, solange der Bundesfinanzminister die Haushaltsmittel nicht zur Verfügung stellt Nicht erörtert wurde in der HV das Kardinalproblem des Unternehmens, ob die Geschäftsleitung nicht das Privat- und Exportgeschäfterweitern kann, um unabhängiger von den Postauf trägen zu werden. G. G.