DIE ZEIT

„Wohlbeleibte Männer“

Der sowjetische Verteidigungsminister Schukow hat in einer Rede in Moskau kritisiert, „daß ein gewisser Teil der Militärpersonen vorzeitig fettleibig und unbeweglich wird“.

Makarios kommt, Salisbury geht

Wenn man einer patriachalischen Gesellschaft den „pater“ wegnimmt, dann gibt es niemanden, der für diese Gesellschaft noch sprechen könnte.

Jungbürger in Uniform

Da sind sie nun am 1. April, dem Datum der Scherzhaftigkeit, eingerückt: die ersten Rekruten, die – fast zehntausend an der Zahl – nicht freiwillig „zu den Waffen eilten“, sondern „gezogen“ wurden, wie es das vielumstrittene Gesetz über die Wehrpflicht befahl.

Agartz und die Bundesbürger

Vielleicht wird der „Fall Agartz“ halten, was der „Fall John“ versprach, denn Viktor Agartz ist aus anderem Holz geschnitzt als Otto John.

Taxifahrer für Todesstrafe

Das Recht auf Leben ist ein Hauptprinzip des Grundgesetzes, und um dieses Recht zu stützen, wurde die Todesstrafe abgeschafft.

„Monsieur Europa“

Der Name Faure ist in Frankreich recht häufig. Allein in der Politik gibt es drei prominente Träger dieses Namens. Vor nicht allzulanger Zeit noch mußte man, wenn man von Maurice Faure sprach, gleich hinzusetzen, daß man nicht Edgar Faure – den Ministerpräsidenten von 1952 und 1955 – meine, sondern den „jungen Faure“.

ZEITSPIEGEL

Kürzlich erhielt die Pariser Polizei einen nächtlichen Anruf, sie sollte doch mal nachsehen, wer in den Katakomben nächtliche Tanzveranstaltungen abhalte.

Weltkrieg in der Kaserne

Der zweite Weltkrieg „findet noch einmal statt“. Nicht auf dem Schlachtfeld, aber im dritten Stockwerk eines Kasernengebäudes am Karlsruher Stadtrand.

Das Recht auf Eigentum

Am 4. April wird sich der amerikanische Senat mit einer Gesetzesinitiative befassen, deren Ziel die volle Rückgabe der 1948 auf Grund der Trading with the Enemy Act beschlagnahmten deutschen Vermögenswerte in Höhe von rund 600 Millionen Dollar ist.

Botschafts-Kauf

lernen können, gehört auch die Offenheit, mit der sie über Dinge sprechen, die wir nicht von ihnen lernen sollten. – So verbreitet sich der bekannte politische Kommentator Joseph Alsop unverblümt darüber, daß man heute in den Vereinigten Staaten einen Botschafterposten „kaufen“ kann.

Speidel in Fontainebleau

Wir drucken hier Auszüge aus einem Aufsatz, den die Schweizer Monatshefte bringen. Uns erscheint interessant, was ein französischer General in einer Schweizer Zeitschrift zu der Ernennung General Speidels zu sagen hat.

England braucht Freunde

Ein Bündnis, das zwei Weltkriege verhindert hätte – Alte Vorurteile sterben langsam

Länder und Konfessionen

Es liegt nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts bei den Länderregierungen, zu entscheiden ob sie Konfessions- oder Simultanschulen haben wollen.

Himmlers geheime Denkschrift

Viel ist in den vergangenen Jahren über den Wahnsinn der nationalsozialistischen „Ostpolitik“ geschrieben, viel aber auch schon wieder vergessen worden.

Offiziere rebellieren gegen Beamte

Die Revolution in Indonesien richtet sich nicht gegen den fast vergötterten Staatspräsidenten Achmed Sukarno, den das Volk Bung Karno, „Bruder Karno“, nennt.

Tatbestand: Schein-Verrat

Wir haben in unserer Ausgabe vom 21. März unter dem Titel "Verräterische Beziehungen" die Problematik des Paragraphen 100 e des Strafgesetzbuches beleuchtet.

Das Menetekel von Kerala

Über dem schneeweißen Palast, den sich der Maharadscha von Travancore einmal als hauptstädtische Residenz in Delhi erbauen ließ, weht die rote Fahne mit dem Hammer und Sichel-Emblem; es ist die Fahne der sowjetrussischen Botschaft in Indien, die hier vor einigen Jahren Quartier bezogen hat.

Nerven, nicht nur Muskeln entscheiden

In Hamburg fand der 4. Arbeitswissenschaftliche Kongreß statt (siehe auch Handelsteil), bei dem Probleme der Arbeitszeit diskutiert wurden.

Parlez-vous francais?

Sobald die Kultur den Diplomaten unter die Finger kommt, gewinnt sie sozusagen juristische Fasson. Da werden Kulturverhandlungen geführt, fein säuberlich in Paragraphen unterteilte Kulturabkommen entworfen, und kulturelle Austausch- und Anregungsverfahren aktenkundig besiegelt.

Die Klassenarbeit

Wie sieht eigentlich die Welt aus, wenn du siebzehn Jahre alt bist? Nimm mal an, du hast Angst und bist verzweifelt und du stehst vor einer Normaluhr.

Mehr als Unterhaltung

Federnd und blond, ein Edelmann vom Scheitel bis zur Sohle: Erich Schellow als Hamlet. Ein intelligenter, ungemein präzise artikulierender Sprecher.

Orpheus im Drugstore

Tennessee Williams jüngstes Schreckensdrama heißt – symbolisch natürlich – „Orpheus Descending“. Gemeint ist ein in die Unterwelt herabsteigender Orpheus, der diesmal von einer kleinen, schäbigen und auch moralisch höchst verwahrlosten Südstaatenstadt gebildet wird.

Problematisches Possenspiel

Der Weg ist hier, er ist nicht dort“, rufen die Darsteller des Stückes La Cantatrice Chauve von Eugène Ionesco ins Publikum, während sich der Vorhang hebt; das Stück, das dem französisch schreibenden Rumänen 1950 einen überraschenden Erfolg brachte, wird gegenwärtig in dem kleinen Pariser Théâtre de la Huchette, zusammen mit dem Einakter La Leçom wiederaufgeführt.

Notizen

Paris: Zentrum deutscher Kultur. Das Goethehaus in Paris, vor dem Kriege Repräsentationsstätte deutscher Kultur in Frankreich und bei Kriegsende als „Feindeigentum“ beschlagnahmt, wird von der französischen Regierung zum 1.

Großer Krach um kleine Kunst

Die organisierten Briefmarkensammler haben ihren „Feind Nr. 1“ verloren. Als Bundesatomminister Balke das Postministerium seinem Nachfolger Lemmer übergab, sprach er, enttäuscht von der Aufnahme seiner deutschen Briefmarkenreform, die Hoffnung aus, auch sein Nachfolger sei hoffentlich überzeugt, es gäbe wichtigere Dinge als Briefmarken.

Nicht vom Brot allein

Dabei müssen sich Wahrheitstreue und historische Konkretheit der künstlerischen Darstellung der Wirklichkeit mit der Aufgabe der ideologischen Umformung und Erziehung der Werktätigen im Geiste des Sozialismus vereinigen.

Aufklärung: made in USA

Das Bild der rückhaltlos glücklichen Familie beherrscht mit traumatischer Suggestionskraft die amerikanischen journals, die für eben diese Familien gemacht werden.

Ein neuer Typ des Jugendbuchs?

Die Jugendbuch-Autoren stehen immer vor der großen Aufgabe, die Qualität des Erzählerischen durch die Zuverlässigkeit des Sachlichen zu unterstützen.

Der Beste enttäuschte

Der Roman verlangt Distanz, geistige Überlegenheit und doch seelische Anteilnahme. Da uns aber Distanz und Überlegenheit so häufig fehlen, kommt es, daß viele Romane der Gegenwart nur ausgedehnte Erzählungen sind – wenn nicht gar das harte, karge Maß der Novelle zum dickleibigen Buch aufgeschwemmt wurde.

Gastwirte unter sich

In den großen Ausstellungshallen der „Internorga“, der Internationalen Fachmesse für die nordeuropäische Gastronomie, die in Hamburg vom 29.

Nordrhiein-Westfalen: Chianti am Rhein

Im westdeutschen Kohlenbergbau ist man auf italienische Arbeitskräfte nicht allzugut zu sprechen. Man hat es oft mit ihnen versucht, weil Bergarbeiter nun einmal Mangelware sind – aber am Ende gab es immer Enttäuschungen.

Rheinland-Pfalz: Ungarinnen

Wer vermittelt ungarische Mädchen in die Bars und Nachtlokale der Westpfalz? Diese Frage beschäftigt die Kriminalpolizei in Rheinland-Pfalz, seitdem die 18jährige Maria Csik und die 21jährige Magdolna Ferencz in einem der zahllosen, vorwiegend von amerikanischen Soldaten besuchten Klubs von Kaiserslautern aufgerufen wurden.

Hamburg: Zornausbruch eines Hamburger Landschaftsfreundes

Ich glaube, niemand, der sich noch ein Herz für Natur und Landschaft bewahrt hat und mitansehen muß, mit welcher Barbarei das Natürliche in der Natur verschandelt wird, mit welchem Vandalismus tagtäglich Schlachten gegen die Landschaft geschlagen (und von allen Steuerzahlern verloren) werden, kann ohne Zorn davon sprechen.

Wenn der Neckar durch Italien flösse...

Der Direktor einer Heidelberger Mittelschule hat dieser Tage einen bemerkenswerten Bericht veröffentlicht. Es interessiert sich dieser Pädagoge nämlich nicht nur dafür, was die mehr als 1000 Kinder seiner Schule während der Wochentage im Unterricht leisten, sondern auch dafür, wie sie ihren Sonntag und ihre Ferien verbringen.

Konsumstoß „droht“

Auf Grund sehr sorgfältig durchgeführter Berechnungen und Schätzungen kommt die Bank deutscher Länder in ihrem soeben veröffentlichten Monatsbericht für März zu einer präzisen Angabe für die im zweiten Quartal 1957 zu erwartende Zunahme der Masseneinkommen.

Arbeitszeit – auch Problem der Wissenschaft

Die „Gesellschaft für arbeitswissenschaftliche Forschung“, die in Hamburg zwei Tage über „Probleme der Arbeitszeit“ referierte und diskutierte, war mit ihrem Thema zweifellos up to date.

Die Zollsenkung kommt

Man hörte in den letzten Tagen viel von der Kritik und den großen Widerständen, denen Erhards Zollsenkungsplan begegnet. Aber es wäre falsch, hieraus zu schließen, daß dadurch der Plan und seine Durchführung gefährdet wäre.

Auf einen Blick...

Der vom Bundestag kürzlich verabschiedete Gesetzentwurf über Ktz-Höchstgeschwindigkeiten ist vom Bundesrat abgelehnt worden.

„Unsittliche Gebühren“

Das Kammergericht in Berlin, dessen Spruch sich einst – wie die Anekdote berichtet – der Preußenkönig Friedrich der Zweite fügte, hat in diesen Tagen (mit nicht ganz dem gleichen Erfolg) wieder einmal Recht gegen die Obrigkeit sprechen müssen.

„Der Handel hält die Preise hoch“

Einen Einblick in gewisse Marktusancen eines Teiles des Handels bot jetzt ein Gespräch mit führenden Männern der deutschen Drahtindustrie anläßlich der Jahresversammlung der Fachvereinigung Draht e.

Fußangeln für die Reparationsgeschädigten

Seit kurzer Zeit segelt das sogenannte Kriegsfolgenschlußgesetz unter dem neuen Namen "Allgemeines Kriegsfolgengesetz". Man hat also eingesehen, daß sich die Kriegsfolgen heute aus mancherlei Gründen noch nicht überall liquidieren lassen.

Am Kern des „Ufi“-Problems vorbei!

Wie kaum anders zu erwarten war, hat unsere Kritik an dem Ufa-Liquidator Dr. W. Elmendorff, der nach Beginn eines Prozesses vor dem Landgericht Düsseldorf über die Rechtmäßigkeit des Verkaufs von 48 Ufa-Theatern – ohne die im Entflechtungsgesetz vorgeschriebene Berücksichtigung der Interessen heimatvertriebener Filmtheaterbesitzer! – in einer Pressekonferenz die umstrittene Entscheidung begründet und verteidigt hatte (vgl.

Der neue Präsident

Nach Abstimmung mit dem Verwaltungsrat der Deutschen Bundesbahn hat der Bundesverkehrsminister den Präsidenten des Bundesrechnungshofes, Professor Dr.

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