Es liegt nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts bei den Länderregierungen, zu entscheiden ob sie Konfessions- oder Simultanschulen haben wollen. Die Volksschulen können also entweder für protestantische Kinder oder für katholische Kinder oder für Kinder beider Konfessionen (Gemeinschaftsschulen, Simultanschulen) eingerichtet werden. Der Konkordatsstreit, der aus einer Klage des Bundes gegen das Land Niedersachsen hervorging, richtete sich im Grunde gegen alle diejenigen Länder, die bei einer starken katholischen Minorität generell und abgesehen von Privatschulen keine katholischen Schulen haben. Das wären, wie unsere Karte mit der Nebeneinanderstellung von Bevölkerungsverteilung auf die Konfessionen und etablierten Schultypen zeigt, vor allem die Länder Niedersachsen (das unmittelbar betroffene Land), Hessen und Bremen gewesen. Nicht ganz klar wäre die Situation auch in Schleswig-Holstein (wo jedoch die katholische Minorität sehr klein ist), in Baden-Württemberg (wo es in Baden und Nordwürttemberg an Konfessionsschulen fehlt), in Hamburg (wo aber katholische Privatschulen vom Staat großzügig unterstützt werden) und in Berlin gewesen. Die Vertreter der Simultanschulen könnten wiederum an den Zuständen im Saarland manches auszusetzen haben. Wäre die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts anders ausgefallen, hätten lediglich Nordrhein-Westfalen, Bayern und Rheinland-Pfalz gar nichts zu fürchten gehabt.