Paris: Zentrum deutscher Kultur. Das Goethehaus in Paris, vor dem Kriege Repräsentationsstätte deutscher Kultur in Frankreich und bei Kriegsende als „Feindeigentum“ beschlagnahmt, wird von der französischen Regierung zum 1. November wieder an Deutschland zurückgegeben werden. Das Goethehaus wird dann als deutsches Kulturzentrum wieder eingerichtet; die französische Regierung gab ebenfalls ihre Einwilligung zur Wiedereröffnung eines deutschen Gymnasiums in Paris.

Zweitgrößte Römerstadt in Deutschland. Über ein Gebiet von 83 Hektar erstreckt sich die nach dem alten Köln zweitgrößte Römerstadt der Provinz Niedergermanien, als „Colonia Trajana“ um 100 n.Chr. von Kaiser Trajan nordwestlich von Xanten errichtet, die jetzt ausgegraben wird und den Archäologen erlaubt, erstmalig in Deutschland eine Römerstadt von solcher Größe in ihrer ganzen Ausdehnung zu erforschen, da die Siedlung nicht wie alle anderen überbaut wurde. Die Erforschung wird mit den gegenwärtigen technischen und finanziellen Mitteln etwa zehn Jahre dauern; die immer mehr auch in diesem Gebiet vorrückende Industrie zwingt jedoch zur Eile. Die zweite, nicht überbaute Römerstadt Deutschlands bei Kempten wurde nach dem Kriege zugebaut, ohne daß vorher systematische archäologische Grabungen durchgeführt werden konnten. – Bei Xanten wurden jetzt als erstes die Mauern eines 107 Meter langen Gebäudes im Zentrum der Anlage freigelegt.

Fast keine Antike ist echt. Ein weitverzweigter Kunstfälscherkonzern, der in großen Mengen holländische und italienische Möbel des 16. und 17. Jahrhunderts fabrizierte und diese als echt vor allem in Belgien, Holland sowie West- und Süddeutschland bei großem Absatz verkauft hat, wurde in Paris aufgedeckt. Nach einer Erklärung des Kunsthandelssyndikats stammen 90 v. H. der in letzter Zeit als „antik“ verkauften Möbel aus der Pariser Fälscherwerkstatt, die – zum Teil im Auftrag von Kunsthändlern – aus altem Holz und künstlich patinierten Metallbeschlägen diese waggonweise verkauften und bei Auktionen zu sehr hohen Preisen versteigerten Möbel anfertigte.

Zu jung fürs Abc. Ein psychologischer Test an 600 niedersächsischen Schulkindern, durchgeführt von Ärzten, Psychologen und Studenten der Lüneburger Pädagogischen Hochschule, hat ergeben, daß 25 v. H. der sechsjährigen Schulanfänger für die Schulbank zu jung sind und eher in einen Kindergarten gehören. 150 der getesteten Kinder hatten weder die genügende körperliche noch geistige Reife für die Einschulung.

Echter Murillo für 100 Mark. Auf einer Auktion in Hilversum wurde für knapp 100 Mark ein Madonnengemälde versteigert, das die Museen von Amsterdam und Gouda für einen echten Murillo halten. Den letzten Zweifel soll das Prado-Museum in Madrid beseitigen; der Käufer hat das im Falle der Echtheit auf mehrere hunderttausend Mark geschätzte Bildnis vorerst in einem Banksafe untergebracht.

Polen ehren Robert Koch, Große Gedenkfeiern zu Ehren Robert Kochs während der Internationalen Posener Messe im Juni werden von den polnischen Behörden vorbereitet. In der Ortschaft Wollstein des Bezirks Posen wurde bereits zum 75. Jahrestag der Entdeckung der Tuberkulose durch Koch eine Straße, bisher „Straße der Jugend“, nach ihm benannt. In dieser Straße liegt das Haus, in dem Koch den Milzbrandbazillus entdeckte. – Auch andere historische Gebäude sollen nun gepflegt und unter Denkmalsschutz gestellt werden, so das Haus Gerhart Hauptmanns im schlesischen Agnetendorf und Thomas Manns Haus auf der Kurischen Nehrung.