Überall sei wieder ein Konjunkturauftrieb festzustellen, die Nachfrage nach Konsumgütern steige, die Erzeugung nehme zu. Aber, so kommentierte der Präsident der Landeszentralbank von Nordrhein-Westfalen, Ernst Fessler, die Wirtschaftssituation des Landes anläßlich der Veröffentlichung des Jahresberichtes des Instituts, die Lage sei labil, weil sich erneut Preisauftriebstendenzen verstärkten. Es hänge viel davon ab, ob die Wirtschaft maßhalten und die Chancen der Preiserhöhung nicht allzu willkürlich ausnutzen würde, und daß andererseits der Verbraucher nicht so unverdrossen wie bisher sein vieles Geld ohne Blick auf die Preise ausgebe.

Der außergewöhnliche Verlauf der Bankenliquidität im Geschäftsjahr 1956 bestimmte das Kreditgeschäft zwischen starker Anspannung und hoher Flüssigkeit. Insgesamt kaufte die Landeszentralbank 8,06 Mrd. Inlandwechsel, mithin 37 v. H. mehr als 1955. Die kurzfristigen Kredite der Kreditinstitute Nordrhein-Westfalens an die Wirtschaft des Landes erhöhten sich auf 9,4 Mrd. DM. Andererseits stiegen die Einlagen der Wirtschaft bei den Kreditinstituten von 7 auf 7,84 Mrd DM. Von den Emissionen 1956 im Bundesgebiet über 1,8 Mrd. Aktien und 525 Mill. tarifbesteuerte achtprozentige Obligationen entfielen 760 bzw. 205 Mill. DM auf Unternehmen in NRW, Die LZB konnte ihren Bruttogewinn um knapp die Hälfte verbessern. Es wurde ein wirtschaftlicher Ertrag von rund 25 Mill. DM erzielt, der mit 18 Mill. DM für Pensionsrückstellungen, mit 1,6 Mill. zu sonstigen Rückstellungen, mit 1,11 Mill. DM zur Dotierung der gesetzlichen Rückläge und mit 4,45 Mill. DM als Gewinnzuführung an das Land verwandt wird, was bei 65 Mill. DM AK einer Dividende von knapp 7 v. H. entspricht. rlt.

Neue Vorstandsmitglieder in der Dresdner Bank-Gruppe. Mit Wirkung vom 1. April 1957 sind in der Dresdner Bank-Gruppe die bisherigen stellvertretenden Vorstandsmitglieder Max Bardroff (Rhein-Main Bank AG), Dr. Adolf Schäfer (Rhein-Ruhr Bank AG) und Dr. Franz Witt (Hamburger Kreditbank AG) zu ordentlichen Vorstandsmitgliedern bestellt worden. Ferner wurde Fritz André, bisher Vorstandsmitglied der Bank für Handel und Industrie AG Berlin (Tochtergesellschaft der Dresdner Bank-Nachfolgeinstitute), als ordentliches Mitglied in den Vorstand der Rhein-Ruhr Bank AG berufen. An seine Stelle wird Direktor Werner Krüger, Rhein-Ruhr Bank AG, Düsseldorf, als ordentliches Mitglied in den Vorstand der Bank für Handel und Industrie AG eintreten.

In der AR-Sitzung der Westfalenbank AG, Bochum, wurde der Jahresabschluß zum 31. 12. 1956 vorgelegt und der auf den 29. 4, anberaumten HV die Ausschüttung einer Dividende von 12 (10) v. H. vorgeschlagen.