Die Holländer haben Sorgen um den „richtigen Anschluß“. Es geht um das zeitlich gleichgeschaltete Zusammentreffen des niederländischen und deutschen Teiles der Europastraße 36 an der „Nahtstelle Grenze“. Bundesverkehrsminister Dr. Seebohm nannte E 36, die das Rhein-Ruhr-Revier mit dem holländischen Wirtschaftszentrum im Städtedreieck Amsterdam–Den Haag–Rotterdam verbinden wird, eine der wichtigsten internationalen Autobahnen Westeuropas. Er sagte zu, daß auch Deutschland die Fertigstellung dieser Straße von Oberhausen bis zur Grenze – voraussichtlich bis 1961/62 – zustande bringen werde. Den Holländern klang das wie Musik in den Ohren. Inzwischen sind sie jedoch skeptisch geworden ...

Während in den Niederlanden seit Jahren zügig und systematisch am Ausbau eines großzügigen Autobahnnetzes gearbeitet wird, dessen Hauptader E 36 bereits bis kurz vor Arnheim fertiggestellt ist und 1960 die deutsche Grenze erreicht haben soll, herrscht auf deutscher Seite bis auf einige unbedeutende Ausnahmen unbeschwerte Arbeitsruhe. Bund und Land Nordrhein-Westfalen sind sich nicht einig über die Aufteilung der Kosten in Höhe von rd. 100 Mill. DM.

Die Holland-Linie ist sowohl im Gesamtplan einer künftigen, gut funktionierenden europäischen Wirtschaftseinheit, als auch im Wirtschaftskontakt zwischen der Bundesrepublik und den Niederlanden ein wichtiges Bindeglied. Schon heute steht die deutsche Flagge im Hafen von Rotterdam nach der britischen und holländischen an dritter Stelle. Neben Strom und Schiene ist die Straße unentbehrliche Rollbahn für den stetig steigenden Güter- und Personenverkehr. Bei größerer Verkehrssicherheit, würde E 36 die Fahrzeiten zwischen dem Revier und der „Randstadt Holland“ auf rund zwei Stunden reduzieren. So ist auch die westdeutsche Wirtschaft am Ausbau dieser Straße stark interessiert. Um so erstaunlicher ist, daß bisher von deutscher Seite so wenig dafür getan wurde. Die westdeutschen Zufahrtsstraßen zur Grenze sind vollkommen unzureichend. B. R. – H.