Der Autor Horst Mönnich, den Rundfunkhörern vor allem bekannt durch seine Reihe „Prozeßakte Vampir“, hatte versucht, das Thema Hexenwahn, für dessen funkische Darstellung sich wohl als naheliegendste und „sicherste“ Form die des Features angeboten hätte, in einem Hörspiel abzuhandeln’ (Die Furcht hat große Augen, NDR, Mittelwelle, Donnerstag, den 4. April, 20.30 Uhr bis 21.25). Das hätte, wäre es gelungen, sehr eindrucksvoll sein können. Es gelang nicht.

Diese in unseren Landen zwar nicht mehr „brennende“, aber gewiß noch aktuelle Frage – allein in der Bundesrepublik finden jährlich noch 70 Hexenprozesse statt, und in einer Großstadt wie Hamburg gibt es noch über 300 sogenannte Hexenbanner – fand durch Mönnich eine allzu kolportagehafte Behandlung, die häufig sogar bedrohlich in die Nähe handfesten Kitsches rückte. „Die Menschen wollen nun einmal für jedes Unglück feinen Schuldigen haben!“ – mit dieser nicht gerade neuen Erklärungsformel, die der Autor flugs bei der Hand hat, ist doch nicht viel mehr als die Oberfläche des Themas angekratzt. Und wenn sich um ein strich simples Leitmotiv dann ein einstündiges Gartenlaubenspiel rankt, ausgestattet mit undichten Dialogen und mit Figuren, die allesamt über den Leisten des Klischees geschlagen sind – dann kann auch ein sonst so exzellenter Regisseur wie Gustav Burmester nicht mehr viel retten.

Da hatte es Dieter Bor sehe im Fernsehen schon leichter. Der Leinwandstar fungierte hier nämlich als Regisseur eines (in der Anlage jedenfalls) höchst ergötzlichen Spieles, dessen Fernsehfassung er gemeinsam mit dem Autor Wolf gang Ebert geschrieben hatte (Die Gangster von Valence, NWRV, Sonnabend, den 6. April, 20.30 bis 21.20 Uhr). Nur schien es, als hätte sich der Autor ein wenig zu sehr auf den reizenden Einfall – die Polizisten eines kleinen Städtchens produzieren „Verbrechen“, um zu beweisen, daß sie nicht überflüssig sind – und der Regisseur ein wenig zu sehr auf das Manuskript verlassen. Mehr Glanz in den Dialogen und mehr Phantasie bei der Kameraführung hätte nicht schaden können. Daß beim Fernsehen die Großaufnahme Trumpf, das Ameisengekribbel dagegen verderblich ist, wird dem Regisseur Borsche bei wachsender Erfahrung sicherlich nicht unbekannt bleiben.

Jedoch: man hatte seinen Spaß und fühlte sich amüsant unterhaken G.

Wir werden sehen:

Donnerstag, 11. April, 20.15 Uhr: Friedrich Dürrenmatts Hörspiel „Die Panne“ als Fernsehspiel.

Freitag, 12. April, 21.20 Uhr: Nach einer Musik von Benjamin Britten schuf der englische Ballettmeister Alan Carter ein ‚choreografisches Gedicht‘ „Haus der Schatten“, das von dem Ballett der Bayerischen Staatsoper getanzt wird.