Wer die Lehren der Geschichte auch in leichtchiffrierter Form lesen kann, wird erkennen, daß die erste unkonventionelle Bombe nicht auf Hiroshima abgeworfen wurde. Die erste "Höllenbombe" hieß Lenin, und der sie einsetzte, war der Erfinder des totalen Krieges, Generalfeldmarschall von Ludendorff. Es sind genau 40 Jahre her, daß Lenin in dem berühmten "plombierten Waggon" durch Deutschland reiste. In Rußland angekommen, versetzte er der keimenden Demokratie (unter Kerenski) den Todesstoß. Der Zar hatte schon abgedankt, aber Kerenski fühlte sich verpflichtet, den Krieg gegen Deutschland fortzusetzen. Lenins Ankunft wurde Rußland zum Verhängnis. Nur Rußland? – Wir müssen schon an die Wirkung einer Wasserstoffbombe denken, um uns eine Vorstellung von dem Unheil zu machen, das mit der "Aktion Lenin" seinen Lauf nahm; einer H-Bombe mit Zeitzündung und einer Millionenzahl von Opfern, die die Wasserstoffbombe sogar noch in den Schatten stellt.

Ludendorff schrieb in seinen Memoiren, er habe Lenin nach Rußland geschickt, um den Krieg so schnell wie möglich zu beenden. Genau dasselbe sagte Truman, als er den Befehl zum Abwurf der ersten beiden Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki gab. Im totalen Krieg ist jedes Mittel erlaubt, das zum "Sieg" führt. Aber wer wird eines solchen Sieges noch froh? Im Fall Lenin gab die Geschichte auf diese Frage eine eindrucksvolle und eindeutige Antwort. Aber offenbar doch noch nicht eindrucksvoll und eindeutig genug, um die Menschheit vor einer Wiederholung des gleichen Fehlers mit anderen Mitteln abzuhalten. -ll