Die Anforderungen der Weltwirtschaft an die Schiffahrt werden von Jahr zu Jahr größer. Diese Tendenz und das Streben nach Rationalisierung haben in den letzten Jahren zu einem „New look“ im Schiffbau geführt, der bei den Tankern auf immer größere Schiffsgefäße, bei den Trampfahrern neben einem Wachsen der Laderäume auf eine Spezialisierung im Transport bestimmter Ladungen abzielt. Nun versucht auch die Linienschiffahrt, mit neuartigen Schiffstypen zu grüneren Ufern zu gelangen. Den Anfang machten die USA, wo die drückend hohen Umschlagskosten besonderen Anlaß geben, auch in der Linienfahrt neue Wege zu beschreiten. Dort wurden die ersten „Containerschiffe“ (sie verladen genormte Behälter) in Fahrt genommen, die schon eine beträchtliche Verkürzung der Lade- und Löschzeiten brachten. Die jüngste Entwicklung ist das Huckepackschiff, von denen mit der „Carib Queen“ kürzlich das erste in Bremerhaven abgefertigt wurde.

Eine neues Zeitalter kündigt sich in der Linienschiffahrt an, denn mit den sogenannten Trailer-Schiffen (die Hauptladung besteht aus verschließbaren Sattelschlepperanhängern) wird die Liegezeit in den Häfen in einem Maße verkürzt, das auf die kostenbestimmten Linienraten nicht ohne Einfluß bleiben kann. Ein solches Schiff läßt sich in Stunden abfertigen und reduziert damit die Ausgaben des Reeders für das Laden und Löschen, die einen erheblichen Anteil des Aufwandes in der Linienschiffahrt ausmachen.

Die Entwicklung zum Roll on – roll off, wie sich dieses neue Verfahren im Stückguttransport über See bezeichnen läßt, und dem besonders in der transatlantischen Fahrt eine wachsende Bedeutung zu prophezeien ist, zwingt allerdings die Häfen zu beträchtlichen Investitionen. Dem Fortschritt im Schiffbau muß der Fortschritt im Hafenbau folgen. Einseitig kann die Entwicklung nicht vor sich gehen, denn sonst schwimmen eines Tages Schiffe, für die weder nach Wassertiefe noch nach Umschlageinrichtungen ausreichend Häfen vorhanden sind. Die Abfertigung von Container- und von Trailer-Schiffen stellt Anforderungen, denen mit den gegenwärtigen Einrichtungen nicht ohne weiteres beizukommen ist. Bei dem weiteren Ausbau der Häfen wird der „New look im Schiffbau“ nicht unberücksichtigt bleiben können, genau wie auch der Bund seiner Verpflichtung nachkommen muß, die Seewasserstraßen zu unseren Häfen den wachsenden Tiefgängen anzupassen. Sml.