Bisher mußte man noch mit einem alten Baedeker oder Guide bleu von 1908 oder 1911 nach Frankreich fahren, weil es so zuverlässige und genaue Reiseführer neuesten Datums nicht gab. Besonders, wer sich für Kunst und historische Bauten interessiert, griff immer wieder auf diese alten Bücher zurück, weil sie durch ihre Ausführlichkeit alles andere übertrafen. Nun liegt in einem zwar auch noch handlichen, aber größeren Format mit 1008 Seiten und entsprechend schwer, ein neuer Blatter Führer Frankreich vor (Verlag Les Guides Bleu, Hachette Paris. Auslieferung für Deutschland Zumsteins Landkartenhaus, München. Preis 24,50 DM). Französische Kenner des Landes beschreiben das heutige Frankreich. Mit den alten Reiseführern war man gut daran, wenn man die Reise mit der Bahn antrat; weite Strecken wurden vom Zug aus geschildert. Jetzt wird vorausgesetzt, daß der Reisende Autofahrer ist. Für jene, die zuweilen auch zu Fuß unterwegs sind und sich von ihrem erklärenden Buch nicht trennen wollen, hätte man sich das Gewicht des Bandes halbiert gewünscht, verteilt auf ein nördliches und ein südliches Frankreich.

Wer, angelockt durch die fünfzehnprozentige Hotelermäßigung für Touristen, in diesem Jahr eine Frankreichfahrt vorbereiten will, wird in dem blauen Buch mit den Anschriften der Verkehrsämter, mit Hotelhinweisen, 195 Stadtplänen und 550 Streckenbeschreibungen einen beredten Ratgeber finden. Selbst, wenn dann aus der Reise nichts werden sollte, bleibt ein Gewinn und die fröhliche Überzeugung, daß man sich in dem Nachbarland nun schon ganz gut zurechtfinden würde. E M