Es ist für die Realkreditinstitute nach Auslaufen der Steuernovelle vom 19. Dezember nicht einfach, die Marktsituation für dieEmission von Pfandbriefen und Kommunalobligationen zu beurteilen. Gewiß: achtprozentige Industrieobligationen werden aufgelegt und untergebracht. Wie aber sollen die übrigen Festverzinslichen rangieren, ohne daß es zu einem die Zinssätze in die Höhe treibenden Überbietungswettbewerb kommt? Die öffentlichrechtlichen Kreditanstalten, die sich über dieses Thema vor kurzem unterhielten, vermochten für die künftige Emissionspolitik nur einige Richtpunkte festzulegen. Sie versuchten dabei, die bisherige, sich in unterschiedlichen Zinssätzen ausdrückende Rangordnung wenigstens „in etwa“ aufrechtzuerhalten, indem sie empfahlen, für langfristige Emissionen einen Versuch auf der Basis von 7,5 v. H. zu machen, dabei mit dem Emissionskurs beweglich zu bleiben, aber nicht unter 94 v. H. herunterzugehen.

Die öffentlich-rechtlichen Institute befinden sich damit in weitgehender Übereinstimmung mit den privaten Hypothekenbanken. Bei ihnen ist man sich nämlich klar darüber, daß es sich jetzt empfiehlt, seitdem die Institute wieder einen ausreichenden Bestand an Hypotheken verwalten, der eine volle Deckung der Geschäftsunkosten und auch eine erfreuliche Rendite wahrscheinlich macht, nur noch wirklich gesunde Geschäfte abzuschließen. Je höher aber die Zinssätze liegen, um so schwieriger wird dies. Deshalb liegt Disziplin durchaus im privatwirtschaftlichen Interesse der Emissionsinstitute.

Dazu gehört auch, daß bei dem Absatz der Anleihen problematische Vertriebsmethoden, die niemals zu einer endgültigen Anlage in der Hand des Ersterwerbers führen, unterbleiben. Vor allem muß das in der vergangenen Zeit immer wieder betriebene Koppelungsgeschäft unterlassen werden. Die Banken, die sich hierzu verleiten ließen, haben in der Zwischenzeit die schlechte Seite dieses Geschäftes zu spüren bekommen. Es ist in diesem Zusammenhang bemerkenswert, daß die Anleihen einer Reihe von süddeutschen Instituten, die früher, dank eines breiten und gepflegten Marktes, einen recht hohen Kursstand aufwiesen, heute sehr niedrig notieren. Die gleichen Institute aber sind andererseits in der zurückliegenden Zeit mit besonders hohen Emissionsbeträgen herausgekommen. Es läßt dies zumindest darauf schließen, daß auf die endgültige Placierung der Stücke nicht ausreichend Bedacht genommen wurde. -eb.