Aus der Fülle der meist unwesentlichen Filme heben wir an dieser Stelle einige aus der Spitzengruppe heraus. Da diese Filme eine längere Laufzeit haben und in sehr großen Abständen in den einzelnen Bundesländern erscheinen, finden Sie gelegentlich Wiederholungen, wobei wir jeweils die neuen Hinweise voranstellen. Das Merkwort in Klammern bezieht sich auf den Erscheinungstermin einer ausführlichen Kritik in der ZEIT anläßlich der Uraufführung oder deutschen Erstaufführung des Filmes.

Panzerschiff Graf Spee (The Battle of the River Plate. England). Patriotisch, aber außerdem und wirklich nur ausnahmsweise ein guter Film. Es ist eine peinlich genau nachgebildete und nachgefühlte Version jener Seeschlacht am Rio de la Plata im Dezember 1939, die vielleicht die letzte solcher Aktionen in der Geschichte war. Der eigentliche Held des Films ist der deutsche Gegner, Kapitän Langsdorff, der Befehlshaber des Panzerschiffes „Graf Spee“ (DIE ZEIT, Nr. 48,1956).

Nacht und Nebel (Frankreich). Der KZ-Film „Nacht und Nebel“ ist weit entfernt von ungerechtem Haß und minderwertigen Rachegelüsten, er ist Dokumentation im besten Sinne. (DIE ZEIT, Nr. 19/1956)

Der Untertan (Deutschland). Sechs Jahre, nachdem Wolfgang Staudte diesen Film im Auftrag der sowjetzonalen „Defa“ drehte, ist er nun auch zu uns gelangt, insofern selbst ein Beispiel der von ihm angeprangerten, in übergroßer Ängstlichkeit wurzelnden Unfreiheit. Der Regisseur hielt sich mit seiner ätzenden Satire auf die wilhelminische Ära eng an Heinrich Manns Roman (DIE ZEIT, Nr. 11).

Ladykillers (England). Das ist eine Gruselkomödie, wie sie nur Engländer vorführen können: immer scharf die Grenzen des Sadismus und der Blasphemie streifend, doch im ganzen von einem urgesunden Humor durchstrahlt. Dieser Film ist so gut besetzt – als der „Boß“ fungiert Alec Guiness –, daß er einen so pikanten und extravaganten Genuß bereitet wie der makabre Streifen „Arsenik und Spitzenhäubchen“. Er hat Rekordzeiten von zehn Wochen in deutschen Kinos. Projector