Im Verlauf der letzten Monate hat die BdL im Rahmen ihrer kreditpolitischen Zielsetzung, worauf die Ausfuhr Kredit AG, Frankfurt/Main, in ihrem Geschäftsbereich 1956 hinweist, auch eine Reihe von Maßnahmen getroffen, die die Finanzierung mittel- und langfristiger Exportkredite über den Plafond B der AKA (Notenbankmittel) betrafen. Globalkredite werden nicht mehr gegeben, jedes einzelne Geschäft muß gesondert finanziert werden. Das hat einerseits zu einer etwas stärkeren Verwaltungsarbeit geführt, zum anderen aber auch den Manövrierraum der AKA erweitert und dabei auch die Beweglichkeit der AKA bei ihrer Kreditgewährung verbessert, weil der entsprechende Betrag nicht mehr für andere Kredite blockiert ist. Die BdL hat sich weiterhin eine verstärkte Prüfung und Entscheidung über die einzelnen Finanzierungsgeschäfte vorbehalten; so müssen alle Geschäfte, deren Auftragswert eine Mill. DM übersteigt, der Notenbank zur Genehmigung vorgelegt werden. Vor allem aber wurde der Selbstfinanzierungsanteil der Exporteure von grundsätzlich 20 v. H. auf 40 v. H. des Auslandsfakturenwertes erhöht. Die Folge ist, daß die einzelnen Kredite im Schnitt für die Finanzierung des gleichen Auftragsbestandes weniger Notenbankmittel in Anspruch nehmen. Insgesamt gesehen wurde deshalb auch der B-Plafond nicht mehr so stark in Anspruch genommen wie vor etwa einem Jahr. Seine im Februar angeordnete Rückführung von 600 Mill. auf 500 Mill. DM bedeutet daher auch praktisch nur die Bestätigung eines bereits durch die vorangegangenen kreditpolitischen Maßnahmen vollzogenen Tatbestandes.

Bei dieser Lage wurde die Exportwirtschaft mit ihren Kreditwünschen in einem größeren Umfang als bisher auf den Kreditplafond A (Konsortialmittel der Außenhandelsbanken) verwiesen. Dieser Plafond, der in der Vergangenheit meist einen gewissen Spielraum aufwies, war daher Ende 1956 nahezu restlos ausgenutzt. Praktisch bedeutet das eine Verteuerung der Ausfuhrfinanzierungskredite, denn die Zinskosten betragen im A-Plafond zur Zeit 8 v. H. und im B-Plafond 6 v. H.

Die Entwicklung im Geschäft der AKA steht im Zusammenhang mit dem Abbau der Exportförderungsmaßnahmen, die in den zurückliegenden Jahren auf vielen Gebieten gewährt wurden. Das Vorhaben des Bundeswirtschaftsministers und der BdL, die deutsche Exportwirtschaft durch einen schrittweisen Abbau aller Förderungsmaßnahmen so zu härten, daß sie gegenüber der amerikanischen Industrie auf den Weltmärkten bestehen kann, ist im Bereich der Ausfuhrkredit-Aktiengesellschaft weitgehend durchgeführt. W. R.