Die Alternative: Freiwillige Weiterversicherung oder Befreiung von der Pflichtversicherung

Von Georg Heubeck

Noch bedarf die Rentenreform ihrer Konsolidierung; sie ist für 1959 vorgeshen, auf Grund einer neuen versicherungstechnischen Bilanz, die bis dahin erstellt werden soll. Aber niemand zweifelt wohl daran, daß die im Gesetz versprochene Produktivitätsanpassung den mehr als sechs Millionen Rentenbeziehern – darunter über vier Millionen Wahlberechtigte – vorenthalten werden kann. Die Anpassung kann verzögert werden; sie kann in ihrem Umfang hinter der Produktivitätssteigerung zurückbleiben; sie kann zu einer höheren Beitragslast führen und zu höheren Staatszuschüssen; aber sie wird nicht mehr aus dem Bewußtsein derjenigen verschwinden, denen sie zugesagt worden ist.

Deshalb werden auch die freiwillig weiterversicherten Angestellten, die bisher – zur Besitzerhaltung aus früheren Beitragszahlungen oder im Vertrauen auf die „inflationssichere“ Sozialversicherung – auch nach dem Überschreiten der Pflichtgrenze noch Beiträge entrichtet und wenigstens die Halbdeckung aufrechterhalten haben, kaum auf eine weitere Steigerung ihrer jetzt „produktivitätsgesicherten“ (oder wie es meist in den „Aufklärungsvorträgen“ heißt) „kaufkraftstabilen“ Anwartschaften verzichten.

Beitragserhöhung unerläßlich

Diese Hoffnung auf den dauernden Vorsprung der Sozialversicherungsrenten gegenüber anderen Vorsorgemöglichkeiten ist auch dadurch nicht nennenswert erschüttert worden, daß jetzt die Höherversicherung von der Produktivitätsanpassung ausgenommen wurde. Und wen sollte schon die künftige Beitragserhöhung schrecken, die bei Beibehaltung des jetzt gewonnenen Leistungsniveaus unerläßlich ist? In der vom Bundesminister für Arbeit herausgegebenen „Rentenfibel“ heißt es ja ausdrücklich:

„Die erworbenen Anwartschaften bleiben in jedem Fall erhalten, auch wenn keine weiteren Beiträge entrichtet werden.“