Die schnelle Überwindung der Nahostkrise hat zu einer allgemeinen Beruhigung auch auf wirtschaftlichem Gebiet geführt, die sich in der Rückbildung der vorher übermäßig gestiegenen Frachtraten und der Rohstoffpreise widerspiegelt. Nach Ansicht der Konjunkturforschungsstelle des Hamburgischen Welt-Wirtschafts-Archivs wird die Entwicklung in den kommenden Monaten – treten keine unerwarteten Ereignisse ein – wieder vorwiegend von den vor der Suezkrise wirksam gewesenen Kräften bestimmt werden. Da der für absehbare Zeit zur Verfügung stehende Expansionsspielraum eng begrenzt ist, müssen die Regierungen und Notenbanken nach Ansicht der Konjunkturforschungsstelle am restriktiven Kurs festhalten. Die Zuspitzung der Zahlungsbilanzsituation vor allem des Sterling- und Franc-Gebietes drängt immer mehr auf eine Bereinigung im Wege der Abwertung.

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Als „die größte Dummheit auf dem Kapitalmarkt seit 1948“ bezeichnete Bankier Hermann J. Abs, Vorstandsmitglied der Deutschen Bank, das Kapitalmarktförderungsgesetz. In einem Vortrag vor Bremer Wirtschaftlern sagte Abs, die Bundesregierung habe zwar dieses Gesetz nicht erfunden, aber Bundesfinanzminister Dr. Schäffer sei der erste gewesen, der beim Auflegen der Bundesanleihe davon Gebrauch gemacht habe. Im Widerspruch zu Schäffers sonst so hausväterlich sparsamen Art – so meinen wir – steht die Tatsache, daß der Anleiheerlös seitdem zinslos bei der BdL liegt. Die fünfprozentige Anleihe kostet, ihre Zinssteuerfreiheit eingerechnet, dem Steuerzahler jährlich etwa 17 v. H. ...