Ein noch immer schwieriges Problem für den deutschen Export sind die zum Teil wesentlich günstigeren Zahlungs- und Lieferbedingungen der ausländischen Firmen, die damit die deutsche Konkurrenz auf dem Weltmarkt einzudämmen suchen. In welchem Ausmaß aber diese Nachteile durch das Ansehen aufgewogen werden, das die deutsche Präzisionsarbeit im Ausland genießt, geht aus dem Geschäftsverlauf der im Bundesgebiet in Verpackungsautomaten führenden Maschinenfabrik Fr. Heuer AG, Stuttgart, hervor. Dieses Unternehmen, das 1955/56 bei steigender Produktion und wachsendem Auftragseingang rund 70 v. H. seines Gesamtgeschäfts mit dem Ausland abgewickelt hat, konnte seine Lieferungen nach Amerika weiter vergrößern, obwohl es infolge der ständig zunehmenden Nachfrage und der begrenzten Produktionsmöglichkeiten Lieferfristen von etwa zwei Jahren verlangen muß, während die amerikanische Konkurrenz Lieferzeiten von nur sechs Monaten hat. Die amerikanische Kundschaft, so formulierte der Vorstand diese bemerkenswerte Entwicklung, nimmt bereitwillig eine längere Lieferzeit in Kauf, wenn sie dafür die von ihr begehrten Typen erhält.

Selbstverständlich befriedigt dieser Zustand das Unternehmen auf die Dauer nicht; um so weniger, als nunmehr auch wieder frühere Absatzgebiete, wie Österreich, Spanien, Portugal und Venezuela zu dem weltweiten Kundenkreis der Firma hinzugekommen sind. Hauptkunden sind neben den USA, Südamerika und den westeuropäischen Staaten auch die Sowjetunion, während bei den Ostblockstaaten vorerst noch das Interesse an Verpackungsautomaten wesentlich größer ist als die Zahlungsmöglichkeit. In diesem Jahr hofft nun die Firma, nach Beendigung der zweiten Baustufe ihres Zweigwerkes Lorch im Mai, in das im vergangenen Jahr rund fünf Mill. DM investiert wurden, die Lieferzeiten wenigstens teilweise reduzieren zu können. Die Dividende für 1955/56 wurde von 9 auf 10 v. H. für das auf 5,0 (2,96) Mill. DM verstärkte AK erhöht. C. B.