Schon seit Jahren weist die Allianz Lebensversicherungs-AG, München/Stuttgart, in ihren Geschäftberichten immer wieder darauf hin, daß nach den Ergebnissen der deutschen Lebensversicherungsgesellschaften die freiwillige Altersversorgung noch weit mehr Interesse und Anziehungskraft besitzt, als es angesichts der vielfachen Forderungen nach einer Zwangsversicherung scheinen möchte. Sie führt das einmal darauf zurück, daß in allen Bevölkerungskreisen der Wunsch nach stabilen Verhältnissen wächst, während die Tendenzen zur Zwangsversorgung einen Zweifel an der Entwicklung des Geldwertes auf lange Sicht ausdrücken. Zum anderen findet auch die Erkenntnis in immer breiteren Schichten Eingang, daß eine übertriebene Interessenpolitik einzelner Gruppen zu einer Schädigung aller führen muß. In diesem Zusammenhang ist die Äußerung von Generaldirektor Dr. Müller besonders begrüßenswert, daß bei den Arbeitgebern die Bereitwilligkeit zunehme, die Hälfte der Beiträge für die Versicherung zu zahlen, die den Versicherten nach dem Rentenreformgesetz von der Zwangsversicherung befreit.

Das Geschäftsergebnis der Allianz Leben im Jahr 1956 unterstreicht noch die These von dem wachsenden Interesse an einer freiwiligen Altersversorgung. Die überdurchschnittliche Steigerung des Neugeschäfts, die bereits 1955 festzustellen war, hat sich mit einem Gesamtzugang von 934 (917) Mill. DM Versicherungssumme noch weiter erhöht. Der Gesamtversicherungsbestand, der schon 1955 fast die Höhe des letzten Vorkriegsjahres 1938 (4,62 Mrd. RM) erreicht hatte, nahm weiter von 4,44 auf 5.12 Mrd. DM zu. Die Beitragseinnahmen stiegen um rund 10,5 v. H. von 229,4 auf 253,5 Mill. DM, denen auf 77,6 (67,4) Mill. DM erhöhte Versicherungsleistungen gegenüberstehen. Auch 1956 konnte der Anteil der Verwaltungskosten an den Beitragseinnahmen weiter auf den bemerkenswert niedrigen Stand von 8,1 (8,4) v. H. gedrückt werden. Die Kapitalanlagen, die ebenfalls stärker als im Jahr zuvor von 1,04 auf 1,20 Mrd. DM wuchsen, enthalten 172,5 Mill. DM Wertpapiere mit einem Kurswert von 250,9 Mill. DM, Allerdings mußten infolge der Kursverluste annähernd 0,80 Mill. DM auf den Pfandbriefbestand abgeschrieben werden. Der Gewinnreserve der Versicherten wurden von dem auf 64,47 (49,20) Mill. DM gestiegenen Gesamt-, Überschuß wieder rund 99 v. H. zugewiesen, wodurch sich diese auf fast 205 Mill. DM erhöht. Die Aktionäre sollen unverändert 8 v. H. Dividende erhalten. C. B.