DIE ZEIT

Ohne Christus?

Ohne Jesus Christus würde die Welt nicht bestehen, denn sie müßte entweder zerstört sein oder der Hölle gleichen – dieses Wort des Franzosen Blaise Pascal gilt nicht nur für die Welt, sondern auch für den persönlichen Lebensbereich.

Minister Strauß erklärt:

„Wir haben Bundesverteidigungsminister Franz JosefStrauß gebeten, zu der Göttinger Erklärung der Atomwissenschaftler Stellung zu nehmen.

Angriff auf Baudissin

Es scheint, daß viele ehemaligen Soldaten finden, was sie bewegt, sei in der „Deutschen Soldaten-Zeitung“, die in München-Lochhausen erscheint, ausgedrückt.

Zwei politische Legenden

Zu berichten, „wie es wirklich gewesen“, ist nach einem Ausspruch Rankes Aufgabe des Historikers. Zu sagen, wie es wirklich nicht gewesen, scheint die Aufgabe der noch im Banne der Ereignisse stehenden Zeitgenossen und interessierten Politiker zu sein.

Der zweite Sündenfall

Wie sagte der Kanzler bei seiner ersten Stellungnahme zu dem Aufruf der Atomwissenschaftler?: Die Feststellung, ein kleines Land wie die Bundesrepublik schütze sich am besten, wenn es freiwillig auf Atomwaffen verzichtet, sei "rein außenpolitischer Natur".

Am Hebel der englischen Finanzen

Budget Day – der Tag, an dem der jährliche Haushaltsplan dem Parlament vorgelegt wird – ist in England so populär und aufregend wie Derby Day – der Tag des großen Pferderennens auf dem Rennbahn-Rummelplatz von Epsom.

ZEITSPIEGEL

In einer Rede vor dem landwirtschaftlichen Kongreß in Gorki hat Chruschtschow, wie die amtliche Moskauer Agentur TASS berichtet, unter anderem gesagt: „Der Kapitalist, dieser Mann, der seinen eigenen Vater für ein halbes Prozent Zins umbrächte, wird die Seele des sowjetischen Menschen nie verstehen.

Im Gestrüpp der Strategie

Aufrüstung, Abrüstung, Umrüstung, konventionelle Waffen, taktische Kernwaffen, strategische Kernwaffen, NATO-Plan, Radford-Plan, englisches Weißbuch – wer findet sich da noch zurecht! Während die Sachverständigen planen, wundern sich die Laien.

Der unabsetzbare Kerl

In der Bundestagsdebatte über den Wehrbeauftragten fiel das Wort, er müsse ein Kerl sein. Aber man traut diesem Kerl offenbar nicht viel Schneid zu.

Das Malteserkreuz

Der Bürger sieht mit Staunen und nicht ohne innere Erregung, wie sich auf den Brüsten verdienter Männer die Ordenssterne, Bänder und Kreuze häufen.

Der Ankläger hat das Wort

Wir hatten in der letzten Nummer der ZEIT unter dem Titel „Maulkorb für einen Minister“ darauf aufmerksam gemacht, daß uns die Form, in der der Bundesvorsitzende des Deutschen Beamtenbandes gegen den bayerischen Finanzminister Zietsch vorgegangen ist, verfehlt erschien.

Der liebe Gott am Telephon

In zwei Städten der Bundesrepublik, in Berlin und in Kassel, ist Gott telephonisch zu erreichen, in Berlin unter 32 01 55, in Kassel unter 1 34 59.

Darwin hatte doch recht

Am 19. April jährt sich zum 75. Male der Todestag Charles Darwins...........................................................

Der Außenseiter

Auch heute noch wurzelt das Theater in der Mythologie. Zwar sind nicht mehr die Götter präsent, sondern die Ideologien an ihrer Stelle.

„Heute ist Freitag...“

„Heute ist Freitag“ ist eine der wenig bekannten Kurzgeschichten des großen amerikanischen Nobelpreisträgers. Es ist eine Ostergeschichte – freilich eine Ostergeschichte ganz eigener Art, von der wir uns vorstellen könnten, daß sie manchen religiösen Menschen nach der ersten Lektüre entsetzt.

Notizen

Wieder „Geteiltes Physikum“ für Mediziner. Die Bestallungsordnung für Ärzte soll nach Plänen der Bundesregierung geändert werden, indem das System des sogenannten geteilten Physikums – wie es in den meisten anderen europäischen Ländern besteht – wiedereingeführt wird.

Neue Schallplatten:: Opern in Originalsprache

Als Richard Strauß seine Oper Salome zum erstenmal im französischsprechenden Ausland dirigierte – in Brüssel –, wünschte der Direktor des Opernhauses die Verwendung der französischen Sprache, Strauß hielt es daraufhin für nötig, die Gesangspartien des Werkes umzuarbeiten.

Übereifer schadet nur

Wir sind von der zeitgenössischen amerikanischen Literatur harte facts in rauher Verpackung gewohnt. Weniger ist daneben „die stillere Stimme Amerikas“ über den Ozean zu uns gedrungen.

Der letzte Landarzt?

Auch Berufe sterben aus wie Pflanzen oder Tierarten, die allmählich seltener werden. Auf der Absterbeliste steht in Deutschland (und nicht nur hier) seit langem der Landarzt.

Fischer: Von A bis Z

Daß der Erfolg des einen Verlegers den anderen nicht ruhen läßt, bis auch er etwas von dem offenbar günstigen – wenn man einmal so sagen darf: Nachfragestrom auch auf seine Mühlen gelenkt hat, ist ja nichts Neues im Buchgewerbe.

Theater und Kritik

Theaterkritiken von Alfred Kerr sind heute noch lesbar. Der Neudruck einer Auswahl seiner „Welt im Drama“ wurde beim Kiepenheuer & Witsch-Verlag im Laufe von zwei Jahren ausverkauft.

Jedermanns Studio

Es ist das „Schallplattenstudio des kleinen Mannes“. Steckt man eine D-Mark in den Schlitz, so leuchtet ein Lämpchen auf, und dann hat man 60 Sekunden Zeit, um eine kleine Schallplatte zu besprechen oder zu besingen.

Kölner Rattenfänger

Stundenlöhne von 2,20 DM bis 5,– DM werden den Arbeitern geboten, die an dem Bau der Biggetalsperre im Westfälischen tatkräftig mithelfen wollen.

„-ator“

Kommt man jetzt auf der Durchreise nach München, so gerät man ohne Gnade in die Starkbier-Saison hinein, den lautersten Ausdruck der bayerischen Seele.

Nordrhein – Westfalen: Dante plattdeutsch

Zu den dreißig deutschen Übertragungen von Dantes „Göttlicher Komödie“ ist ein Werk gekommen, das eine besondere Stellung im Kreise der bisherigen Nachdichtungen einnehmen dürfte.

Kein Platz für Sünder

Die Justizverwaltung im östlichen Landgerichtsbezirk Paderborn hat Sorgen. Die Jugendlichen, die Kurz-, Freizeit- und Wochenendarrest absitzen müssen, stehen zwar nicht gerade Schlange vor dem Amtsgericht Steinheim im Kreise Höxter, doch die Warteliste verdonnerter Sünder ist lang.

Hamburg: Ruhm und Nachruhm eines Hundes

Könnten Rinder und Hammel lesen, wären sie am Montag früh beim Betreten der großen St. Pauli Markthalle am Schlachthof durch ein Transparent über dem Eingang überrascht worden: „Der Rassehund, euer treuester Freund, heißt euch alle herzlich willkommen.

Der Arzt von Bühlerhöhe

Gewiß ist es für alle, die auf der Bühlerhöhe je Patienten oder Erholungssuchende waren, schwer vorstellbar, wie es dort jetzt weitergehen soll, da Professor Dr.

Einfuhrwirtschaft flaggt halbstock

Der Zentralbankrat hat mit einer weiteren Erhöhung der Mindestreserven und mit einer Verkürzung der Rediskontkontingente die Kreditbremsen wieder angezogen.

Auf einen Blick ...

Die schnelle Überwindung der Nahostkrise hat zu einer allgemeinen Beruhigung auch auf wirtschaftlichem Gebiet geführt, die sich in der Rückbildung der vorher übermäßig gestiegenen Frachtraten und der Rohstoffpreise widerspiegelt.

Gutachtologie...

Die Minister Blücher und Erhard haben ihre Gutachten über das Kapitalmarktproblem, die sie dem Bundeskanzler auf dessen Ersuchen abgaben, nun veröffentlicht.

Ein technischer Markstein

Als „internationales Bauwerk“ lief in der vergangenen Woche in Schacht-Audorf bei Rendsburg die schwimmende Erdölbohrinsel „Adma Enterprise“ vom Stapel.

Realistische Theorie

Spiethoff ist vor allem durch seine Konjunkturtheorie bekanntgeworden, die er in verschiedenen Abhandlungen seit Beginn des Jahrhunderts vorlegte.

Was sorgfältig überlegt werden muß

Für die Angestellten mit einem Monatsgehalt von mehr als 750 DM bis 1250 DM, die sich entscheiden können, ob sie der Pflichtversicherung angehören oder sich davon befreien lassen wollen, gibt es eine Reihe von Sonderproblemen, die sorgfältig überlegt werden wollen.

Wie einst im polnischen Reichstag

Alle Welt ist sich darüber im klaren, daß nur einem politisch geeinten Europa die Zukunft gehört. Wie wir zu ihm kommen können, ist den Politikern nach dem Scheitern des EVG-Vertrages noch nicht recht klar.

Auf den „Grenzwert“ achten!

Viele der versicherten Angestellten haben seit Jahren oder gar Jahrzehnten ihre Beiträge in der jeweils höchsten Beitragsklasse entrichtet.

„Eine einmalige Chance“

Man sollte es nicht für möglich halten: die Ruhrkohlenverkaufsgesellschaften bitten jetzt den Verbraucher, seinen Bedarf in der billigen deutschen Kohle einzudecken! Dieses Angebot gilt vor allem für das Kleingewerbe und für den Hausbrand, der (Briketts in Südwestdeutschland!) letzten Winter zeitweise denkbar schlecht versorgt war – entgegen den beruhigend klingenden offiziösen Verlautbarungen, daß „keine Versorgungslücken“ aufgetreten seien.

Kleinhirn in Pankow

Die an zentraler Planung und Lenkung durchaus nicht „unterentwickelte“ Sowjetzonenregierung ist in ihrer Organisätionswut auf den Gedanken gekommen, ein neues Gremium zu gründen.

Soziale Üppigkeit?

Das bei einigen Gesellschaften vorliegende offensichtliche Mißverhältnis zwischen dem freiwilligen Sozialaufwand und den für die Dividendenausschüttung zur Verfügung gestellten Beträgen hat die Aktionäre vieler Unternehmen wachsam gemacht.

Bundesnotenbank-Gesetz: Bei der Sache bleiben

In unserer Ausgabe Nr. 14 vom 4. April veröffentlichten wir einen Aufsatz zur Bundesnotenbankgesetzgebung („Zuerst die Grundsatzfragen klären“), der bei dem für dieses Gesetz federführenden Bundestagausschuß „Geld und Kredit“ auf Widerspruch gestoßen ist.

London zog die Bilanz

Das neue Budget der britischen Regierung, das Schatzkanzler Thorneycroft dem Unterhaus am 9. April vorlegte, ist nicht geeignet, politische Leidenschaften zu entzünden.

Bremsen anziehen oder lockern?

Aus den Ergebnissen limitierter Enqueten darf man keine weitreichenden Schlüsse ziehen. Die Bedeutung wirtschaftlicher Vorgänge, die nur beschränkte Auswirkungsmöglichkeiten haben, sollte man nicht überschätzen.

Ein Marshallplan für Lateinamerika?

Von Zeit zu Zeit erinnert man sich in Washington Lateinamerikas. Zum Beispiel während der Präsidentschaftskampagnen (was darauf schließen ließe, daß der nordamerikanische Wähler, die Monroe-Doktrin fortentwickelnd, Lateinamerika als eine Art Mittelding zwischen Inland und richtigem Ausland ansieht).

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