Ist die SPD antichristlieh? – Die "aufgezwungene Demokratie" und die Nationalhymne

Rendsburg, im April

Achtzig Lehrer unterhielten sich am Wochenende darüber, wie sie denn zum Staat, zur Kirche und zur Schule stünden. Unten zogen die Schiffe von Osten nach Westen, von Kiel nach Brunsbüttelkoog durch den Nord-Ostsee-Kanal. Bei Rendsburg legt sich ihnen eine mächtige Straßenbrücke als eiserne Barriere in den Weg. Aber viermal in der Stunde wird alle verfügbare Energie aufgeboten, den Weg von Osten nach Westen – und den Weg in umgekehrter Richtung – freizumachen: auf mächtigen Sockeln dreht sich das stählerne Hindernis um neunzig Grad; das rote Licht, das den Ost-West-Reisenden auf dem Kanal Halt gebietet, erlischt; die Fahrt darf weitergehen.

Abwesende Staatsmänner

Oben am steilen Kanalufer, ein wenig außerhalb der altehrwürdigen Festungs-und Kreistsadt Rendsburg, liegen die Häuser der Heimvolkshochschule mit Tagungsräumen und Nachtquartieren. Dort hatten sich jene achtzig Lehrer versammelt, die einer Einladung des Freundeskreises evangelischer Lehrer gefolgt waren. "Thema" – so stand es im Tagungsprogramm – "Staat, Kirche und Schule. Und die Lehrerschaft?"

Besonderen Aufschluß erwartete ich vom ersten Tage. "Der Staat und die Lehrer" war als Gegenstand der Diskussion angekündigt. Und weiter: "Es sprechen Männer des Staates: 1. Kultusminister Osterloh, 2. Minister a. D. Siegel, 3. Vertreter der CDU, 4. Vertreter der SPD."

Nun spielen Lehrer im Staat von heute nicht immer die Rolle, die sie spielen sollten. Das zu bedauern, gab es im Verlauf der Tagung mehrfach Gelegenheit. Aber die Lehrer bilden den Staat von morgen, bilden ihn in des Wortes ursprünglicher Bedeutung, indem sie mitformen an dem Stoff, aus dem dieser Staat gemacht sein wird: an den Staatsbürgern von morgen.