Unter den Pfandbriefen haben sich die Emissionen der Schiffsbanken seit jeher mit ihrer Rendite herausgehoben. Schiffshypothekenpfandbriefe sind noch relativ jung, und deshalb kann in diesem Zusammenhang von einer „Einführungsprämie“ gesprochen werden, die dem Anleger geboten wird. Mit Fragen der Sicherheit hat die höhere Verzinsung nichts zu tun, denn der Schiffspfandbrief ist nicht an ein bestimmtes Schiff gebunden, sondern sein Risiko wird weit gestreut. In Zahlen ausgedrückt sieht das bei der Deutsche Schiffsbeleihungs-Bank AG, Hamburg, so aus: insgesamt wurden Darlehen auf 1932 Binnen-, Küsten- und Seeschiffe gegeben. Der Darlehensbestand machte am 31. Dezember 1956 rund 108 Mill. DM aus. Die durchschnittliche Höhe eines Darlehens betrug 0,056 Mill. DM. Auch wenn eines Tages die Schiffahrtskonjunktur einmal umschlagen sollte – der Zeitpunkt ist vorläufig überhaupt nicht absehbar –, dürfte bei dieser Risikoverteilung (und den strengen Maßstäben, nach denen ein Schiff beliehen wird) die Sicherheit gewährleistet sein. In 1956 war die Bank jedenfalls weder genötigt, die Zwangsversteigerung von beliehenen Schiffen zu betreiben noch sich an von anderer Seite durchgeführten Zwangsversteigerungen zu beteiligen. Schiffe oder Schiffsbauwerke brauchte die Bank zur Verhütung von Verlusten nicht zu übernehmen.

Die Deutsche Schiffsbeleihungs-Bank war in letzter Zeit erfolgreich bemüht, den Pfandbriefabsatz (besonders im privaten Bereich) auszuweiten. Angesichts der gegenwärtigen Kapitalmarktverhältnisse ist das keine leichte Arbeit. Immerhin verzeichnete die Bank als Ergebnis einer gut aufgezogenen Prospektwerbung einen schönen Erfolg im Kleinabsatz (etwa 2 bis 3 Mill. DM). Für die Schiffsbaufinanzierung fällt ein solcher Betrag natürlich nicht ins Gewicht, aber das Institut hat bewiesen, daß durch eine seriöse Werbung (in Verbindung natürlich mit einer guten Kurspflege der eigenen Emissionen) in Kreisen der Kleinsparer Mittel frei gemacht werden können.

Die Schiffsbanken haben in letzter Zeit prüfen müssen, inwieweit sie den Absatz ihrer Pfandbriefe vom Zinssatz her fördern können. Als Ergebnis dieser Überlegungen ist der achtprozentige Typ entstanden, dessen relativ kurze Laufzeit und verhältnismäßig schnell einsetzenden Rückzahlungen eine brauchbare Kursstütze gewährleisten. Über acht Prozent glaubt man jedoch nicht hinausgehen zu können. Bei diesem Satz und den sonstigen Konditionen ist nach Ansicht der Schiffsbanken die Belastungsgrenze für die Schiffahrt erreicht.

Die Deutsche Schiffsbeleihungs-Bank hat für 1956 Ihre Dividende von 7 auf 8 v. H. erhöht. Das Ergebnis des Berichtsjahres wird von der Verwaltung als zufriedenstellend beurteilt. Nach Zuführung von 0,525 Mill. DM an die Rücklagen, die damit 1,3 Mill. ausmachen, und weiterer 0,295 Mill. DM an die Sammelwertberichtigungen, verbleibt ein Gewinn von 0,263 Mill. DM. Die Dividende wird auf das eingezahlte AK von 2,75 Mill. gezahlt Inzwischen ist das AK auf 5 Mill. aufgefüllt worden. d t.