Die Halle der Büroindustrie zeichnet sich seit Jahren dadurch aus, daß sich die Breite des Angebots nicht nur auf deutsche Erzeugnisse erstreckt, sondern internationaler Art ist. So wie im vergangenen Jahr werden auch diesmal wieder bekannte Firmen aus aller Welt vertreten sein. Aus den USA werden z. B. Teile einer elektronischen Großrechenanlage kommen, aus der Schweiz Rechenmaschinen, aus England Umdrucker, System- und Arbeitsvorbereitungsmaschinen verschiedenster Ausführungen. Der hohe Anteil des deutschen Büromaschinenexports beweist, daß unsere deutschen Aussteller die internationale Konkurrenz nicht zu scheuen brauchen. Insgesamt stellen in der neugebauten Halle 17 372 Aussteller aus, von ihnen kommen 57 aus dem Ausland. Das ausländische Angebot konzentriert sich auf Büromaschinen. Hier sind über ein Drittel der Aussteller Ausländer.

Viele Aussteller meinen, daß die kommende „Messe der Büroindustrie“ noch die vorangegangenen überbieten werde. Das hänge keineswegs etwa mit einem Bedürfnis zusammen, durch Standgröße und Ausstattung zu glänzen. Vielmehr stelle das Problem der Wirtschaftlichkeit des Bürobetriebes immer größere Aufgaben. Zunehmend zwingen Überlegungen der Wirtschaftlichkeit und die Verknappung der Arbeitskräfte, die Büroarbeit schneller, sicherer und für den arbeitenden Menschen leichter abzuwickeln. Bessere Organisation und bessere Technik sind die Hilfsmittel.

Man erwartet neben zahlreichen Verbesserungen und Verfeinerungen auch einige echte Überraschungen, die auch den Fachleuten in Deutschland noch nicht gezeigt wurden. Eine große Büromaschinenfabrik wird einen Buchungsautomaten mit Volltextschreibeinrichtung ausstellen. Es sind weiter einige Neuheiten auf dem Gebiet der Addier- und Rechenmaschinen angekündigt. Man wird in diesem Jahr auch mehr Büromöbel mit Vorrichtungen sehen, die einen Einbau von Diktier- und anderen Geräten ermöglichen. Viele Organisationsmittel wurden noch besser als bisher den maschinellen Möglichkeiten angepaßt. Hier und da wird vielleicht manche Konstruktion zu sehen sein, die noch einige Zeit bis zur Marktreife braucht. Das ist nichts Außergewöhnliches. Der Interessent sieht auf diese Weise, was im Kommen ist, und er kann entsprechend disponieren. Organisatorische Umstellungen in den Büros erfordern ohnehin geraume Zeit. Der weitaus größte Teil der gezeigten Güter wird, wie die Fachleute sagen, „in angemessenen Lieferzeiten zu haben sein. Es wird versichert, daß sowohl im Inland als auch im Export ein ausgesprochener Käufermarkt bestehe.

Noch ein Hinweis darauf, daß die Besucher der Messe diesmal die Büroindustrie in einer veränderten Umgebung finden werden. Zum ersten Male steht für diese Branche auf der Messe eine neugebaute feste Halle zur Verfügung. Allerdings ist zum Messebeginn nur der erste Bauabschnitt fertig, der sich auf die Herstellung der reinen Ausstellungsfläche mit den notwendigen technischen Einrichtungen erstreckt. Im zweiten Bauabschnitt, der voraussichtlich bis 1958 beendet sein wird, sollen die dem Messeservice dienen den Einrichtungen, dar- unter Gaststätten, Büroanbauten und anderes geschaffen werden. Insgesamt handelt es sich um eine zweigeschossige Halle mit einer Bruttofläche von 30 000 Quadratmetern in beiden Geschossen. Für die Beschickung, der Halle mit Messegut werden im Erdgeschoß Durchfahrten für Lastkraftwagen geschaffen. Die Stande im Obergeschoß sind über eine an der Hallenrückseite befindliche Auffahrtrampe zu erreichen. Die Rampe ist befahrbar für Elektrokarren, so daß der Standaufbau schneller vonstatten gehen kann als durch den Transport über Lastenaufzüge. K.