Das Auto hat seit seiner Erfindung in den neunziger Jahren nicht nur die Umwelt, sondern auch die innere Welt des Menschen verändert. Es wirkt auf Eitelkeit, Ehrgeiz, Bequemlichkeit und prägt die Klassen seiner Besitzer. Kein Wunder, daß es jetzt unter den verschiedensten Aspekten auch literarisch mehr und mehr entdeckt wird, so beispielsweise von:

Hans Bretz: „Das Auto-Brevier“, Perlen-Verlag, Marbach/Neckar; 250 S., 14,80 DM,

der Vizepräsident des ADAC ist. Als Grandseigneur plaudert er munter dahin und schöpft aus Erfahrung. Dabei rutscht ihm zwar manchmal eine Plattitüde aus der Feder, beispielsweise, wenn er von der Kupplung spricht, die „nur ganz entfernt an eine strafbare Handlung erinnert“. Als Fachmann aber gibt er Wissen und als Mensch eine eigene Meinung. Er prangert diejenigen an, die für den schlechten Zustand der Bundesstraßen verantwortlich sind, die Deutschen als Kraftfahrer erhalten die Hiebe, die sie verdienen, bei allem aber überwiegt die unaufdringliche Belehrung über Fahrtechnik, Pflege des Wagens und Verantwortung im Verkehr. Das ist ein amüsantes und lehrreiches, kurzum lesenswertes Buch für den Autofahrer.

Wem stünde es besser an, als dem Sohn des Erfinden des Dieselmotors, nämlich Eugen Diesel, uns die Wandlung des Weltbildes durch den Motor vor Augen zu führen:

Eugen Diesel: „Wir und das Auto.“ Bibliographisches Institut AG., Mannheim; 255 Bilder, 208 S., 19,80 DM.

Da sieht man den lächerlich anmutenden Dampfwagen des Franzosen Cugnot als Vorläufer der Motormaschinen, die spindeldürre Benzinkutsche von Siegfried Marcus, den geschwungenen Mercedes von 1907, den Kastenwagen des deutschen Kaisers, aber auch die modernen Präzisionsmodelle vom laufenden Band. Ein Abschnitt zeigt, wie man durch das Kraftfahrzeug die Landschaft erleben sollte, ein anderer warnt durch Unfallbilder vor der Einbildung des Menschen, Herr über alle Maschinen zu sein.

Dem Humor und dem Kraftfahrzeug gleichermaßen gewidmet ist das kleine Bändchen: